pte20260209016 in Forschung

Jede fünfte Schule ohne Highspeed-Internet

Verivox-Analyse zeigt: In 819 deutschen Gemeinden gibt es gar keine Gigabit-Web-Versorgung


Glasfaser: Viele deutsche Schulen haben langsames Internet (Bild: pixabay.com, RosZie)
Glasfaser: Viele deutsche Schulen haben langsames Internet (Bild: pixabay.com, RosZie)

Heidelberg/Bonn/Stuttgart (pte016/09.02.2026/12:30)

Derzeit kann jede fünfte Schule in Deutschland nicht auf Gigabit-Anschlüsse zugreifen. Laut einer neuen Analyse des Vergleichsportals Verivox findet sich in mehr als 800 deutschen Gemeinden sogar keine einzige Schule mit Gigabit-Internet.

Großer Nachholbedarf

Die Auswertung der Daten des "Breitbandatlas" zeigt: Deutschlandweit bieten fast 4.200 Städte und Gemeinden eine komplette Gigabit-Versorgung an Schulen (100 Prozent). Im ländlichen Raum dagegen erreichen nur der Landkreis Schaumburg und der Saale-Orla-Kreis eine 100-prozentige Versorgung. 819 Gemeinden haben keine Gigabit-Internetversorgung.

Die größten Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt es in den Bundesländern Sachsen und Baden-Württemberg. Hier sind Schulen in Städten um 15 beziehungsweise zwölf Prozentpunkte öfter mit 1.000-Mbit-Leitungen versorgt als in dünn besiedelten Gebieten. In den meisten anderen Bundesländern nähern sich die Stadt-Land-Werte mittlerweile an.

Halle top, Leipzig floppt

Auch zwischen den Städten gibt es Unterschiede: Spitzenreiter ist Halle an der Saale mit einer Gigabit-Versorgungsquote der Schulen von 92 Prozent, Saarbrücken hat 91 Prozent und Stuttgart 87 Prozent. Schlusslicht ist Rostock (48 Prozent). Nur wenig besser ist die Versorgung der Schulen in Mainz (50 Prozent) sowie in Frankfurt am Main und Leipzig (je 54 Prozent).

Wegen des Booms von KI-Chatbots wie ChatGPT und der Forderung nach Medienkompetenz auch in Hinblick auf Fake News drängt der Ausbau des öffentlichen Highspeed-Internets - vor allem im Bildungsbereich. Laut der aktuellen "JIM-Studie" nutzen 90 Prozent der 14- bis 19-Jährigen den Dienst täglich oder mehrmals pro Woche - für Hausaufgaben, zum Lernen, für Infos oder Unterhaltung. Über die Hälfte vertraut dabei den KI-Inhalten.

"Digitale Bildung ist keine Frage einzelner Geräte, sondern der pädagogischen Konzepte dahinter. Ohne entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte und ausreichenden IT-Support bleibt selbst eine moderne technische Infrastruktur weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Lehr- und Fachkräftemangel verschärft die Situation zusätzlich", so Verivox-Telko-Experte Jörg Schamberg.

(Ende)
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