Panikstörung: Kurzes Intensiv-Training besser
University of São Paulo Medical School: Patienten haben mehr Spaß als bei Entspannungstherapie
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Panikstörung: Patienten haben oftmals einen hohen Leidensdruck (Foto: pixabay.com, Gerd Altmann) |
São Paulo (pte010/09.02.2026/10:38)
Eine weniger künstliche und dafür intensivere Form der interozeptiven Exposition, also ein hochintensives Intervall-Training (HIIT), wirkt bei Panikattacken besser. Das haben Forscher der University of São Paulo Medical School nachgewiesen. Laut Schätzungen erleben zehn Prozent der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben eine Panikattacke. Zwischen zwei und drei Prozent der Betroffenen haben so häufige und schwere Panikattacke, dass sie an einer Panikstörung leiden. Derzeit erfolgt eine Behandlung standardmäßig mit der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT).
Angst gezielt ausgelöst
Laut Experte Ricardo William Muotri lässt sich eine interozeptive Exposition in Form eines zwölfwöchigen Programmes einsetzen. Bei der interozeptive Exposition werden gezielt körperliche Angstsymptome wie Herzrasen oder Atemnot ausgelöst. Bei der randomisierten kontrollierten Studie habe die Forscher die Wirkung eines kurzen HIIT mit einer Art von Entspannungstherapie, die häufig bei der KVT eingesetzt wird, verglichen. Details sind in "Frontiers in Psychiatry" veröffentlicht.
An der Studie haben 102 Personen mit diagnostizierten Panikstörung zwölf Wochen lang teilgenommen. Sie wurden in zwei parallele Gruppen aufgeteilt und erhielten während der Tests keine Medikamente. Alle Teilnehmer trugen während der dieser Zeit Geräte zur biometrischen Überwachung. Die erste Gruppe absolvierte ein intensiveres Training, zu dem auch sechs 30 Sekunden lange Einheiten mit intensivem Laufen gehörte. Bei der Kontrollgruppe wurden segmentierte Muskelkontraktionsübungen einzelner Muskelgruppen wie der unteren Gliedmaßen durchgeführt, die von einer Muskelentspannung gefolgt wurden.
Veränderungen bewertet
Nach 24 Wochen bestand der primäre Endpunkt darin, ob es zu Veränderungen bei den Punktezahlen der Panik und Agoraphobie-Skala (PAS) gekommen war. Diese bewertet die Schwere der Paniksymptome mittels der Antworten auf einen Fragebogen. Die sekundären Endpunkte lagen bei analogen Veränderungen der Ergebnisse bei Fragebögen zu Angst und Depressionen. Dazu kommen die Berichte der Teilnehmer hinsichtlich der Häufigkeit und Schwere der Panikattacken. Ein Psychiater, der die Art der Behandlung nicht kannte, beurteilte die Ergebnisse an den Endpunkten.
Die durchschnittlichen PAS-Punktezahlen sowie die Werte für Angst und Depressionen nahmen bei beiden Patientengruppen im Laufe der Zeit ab. Bei der Gruppe mit HIIT gestaltete sich dieser Rückgang jedoch stärker. Die Studienautoren kommen daher zu dem Schluss, dass diese Art des Trainings bei der interozeptiven Exposition wirksamer ist als die Entspannungstherapie. Die positiven Auswirkungen hielten zumindest 24 Wochen lang an. Dieser Behandlungsansatz machte den Teilnehmern auch mehr Spaß. Daher wären das Engagement und die Einhaltung dieser Behandlung wahrscheinlich hoch, heißt es.
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