Superbatterie für die Energiewende entworfen
Hocheffektiver Stromspeicher der Université de Montréal basiert auf leicht herstellbarem AzoBiPy
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So ist die innovative Redox-flow-Batterie aufgebaut (Illustration: umontreal.ca) |
Montréal/Alzenau (pte014/06.02.2026/11:30)
Forscher der kanadischen Université de Montréal haben bei der Redox-flow-Batterie, die als Lösung für die Speicherung von Wind- und Solarstrom gilt, zwei Defizite beseitigt. Sie kommt künftig ohne giftige und teure Elektrolyte aus und entlädt sich praktisch nicht mehr selbstständig. Beides ist der deutschen CMBlu Energy AG zwar auch gelungen. Die Kanadier beanspruchen aber für sich, noch besser zu sein.
Neue Moleküle statt Gift
Beide Unternehmen setzen auf umweltverträgliche Moleküle statt beispielsweise auf Vanadium, dessen Verbindungen hochgiftig sind. CMBlu hat sich für organische Materialien entschieden, die Kanadier für AzoBiPy, das leicht herstellbar ist. Batterien, die mit Elektrolyten auf Basis dieses Moleküls arbeiten, verlieren pro Tag nur 0,03 Prozent ihrer gespeicherten Energie. Damit sind sie in der Lage, überschüssigen grünen Strom über längere Zeit zu speichern.
Mangels Speichermöglichkeiten müssen aktuell noch Kraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden, wenn Sonne und Wind zu viel Strom erzeugen, was die Energiekosten hochtreibt. Das ist bislang eines der größten Hindernisse bei der Energiewende: Wird wetterbedingt zu wenig grüner Strom erzeugt, müssen vor allem fossile Kraftwerke einspringen. Das wäre nicht nötig, wenn es ausreichend Speichermöglichkeiten gäbe.
Größe der Tanks wichtig
Redox-flow- oder Flussbatterien speichern elektrische Energie nicht in innenliegenden festen Elektroden, sondern in Flüssigkeiten, in denen die elektrisch aktiven Moleküle gelöst sind - in diesem Fall AzoBiPy. Anode und Kathode befinden sich in Taks außerhalb der eigentlichen Batterie, in der die Flüssigkeiten zusammenkommen, ohne sich zu berühren, wenn die Batterie aufgeladen oder entladen werden soll. Getrennt werden sie von einer Membran.
"Die Moleküle, die die Energie speichern, gelangen deshalb nicht von dem einen in den anderen Tank, sondern tauschen nur Elektronen über den externen Stromkreis aus", so der kanadische Forscher Dominic Rochefort. Es fließt also ein elektrischer Strom, und zwar beim Aufladen in den einen Tank, beim Entladen auf dem Umweg für einen Verbraucher, etwa einen Motor, in den anderen.
Die Kapazität des Speichers hängt laut dem Wissenschaftler im Wesentlichen von der Größe der Tanks ab. Es gab schon Pläne für Batterien dieser Art mit Tanks, die hunderte Kubikmeter Inhalt hatten, aber nicht verwirklicht wurden - unter anderem, weil sich die gespeicherte Energie zu schnell verflüchtigt hätte.
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