pte20260206003 in Business

Florierende Start-ups stellen seltener Frauen ein

Laut Stockholm School of Economics greifen Führungskräfte oft auf bekannte Stereotypen zurück


In Aktion: In Start-ups haben Frauen schlechtere Karten (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)
In Aktion: In Start-ups haben Frauen schlechtere Karten (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)

Stockholm (pte003/06.02.2026/06:10)

Chefs schnell wachsender Start-ups treffen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter oft übereilte Entscheidungen und engagieren eher Männer als Frauen. Das geht aus einer Studie der Stockholm School of Economics hervor. "In Zeiten schnellen Wachstums können selbst wohlmeinende Führungskräfte auf bekannte Stereotypen zurückgreifen, wenn sie beurteilen, wer ihrer Meinung nach für die jeweilige Rolle am besten geeignet ist", sagt Postdoktorand Mohamed Genedy.

Weibliche Chefs ähnlich

Genedy hat über 31.000 Unternehmen analysiert, die zwischen 2004 und 2018 in Schweden gegründet wurden. Sein Ergebnis: In von Männern geführten Start-ups verringern sich die Chancen für Frauen um etwa 18 Prozent; und die Chancen für die Ernennung einer Frau in eine Führungsposition sinken sogar um 22 Prozent ab.

Selbst bei Jungunternehmen, die von Frauen geführt werden, gibt es laut dem Wissenschaftler bei der Expansion ähnliche Tendenzen, wenn auch in etwas geringerem Maße. Allerdings berufen weibliche Chefs eher Frauen in Führungspositionen als männliche, was deren Unterrepräsentation aber nicht ändert, heißt es.

"Kognitive Verzerrungen"

"Wenn die Expansion beschleunigt wird, treten bei allen Chefs kognitive Verzerrungen auf. Weibliche Gründer sind dagegen nicht immun", meint Genedy. Zeitdruck komme danach meist Männern zugute. In Unternehmen, die von Gründern mit einer Personalausbildung geführt würden, sehe es anders aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Frauen einstellen, steige bei dieser Gruppe um mehr als 30 Prozent; und die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Frau als Managerin berufen, steige um 14 Prozent.

"Bei Gründern, die Erfahrung mit strukturierten Einstellungsverfahren haben, verringern sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede und kehren sich in einigen Fällen sogar um. Das zeigt, dass es sich wirklich auszahlt, frühzeitig die Grundlagen der Personalarbeit zu erlernen. Wenn die Dinge schnell vorangehen, verlassen sich Gründer mit Personalwissen weniger auf voreingenommene Instinkte und berücksichtigen eher einen breiteren Talentpool", unterstreicht Genedy abschließend.

(Ende)
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