pte20260205022 in Forschung

Mehrheit der Schüler gegen Smartphone-Verbot

"Jugend-Digitalstudie 2025" der Postbank: Kommunikation mit Familie und Freunden als Argument


Smartphone-Verbot: Jugendliche an Schulen mehrheitlich dagegen (Bild: pixabay.com, Thor_Deichmann)
Smartphone-Verbot: Jugendliche an Schulen mehrheitlich dagegen (Bild: pixabay.com, Thor_Deichmann)

Bonn (pte022/05.02.2026/12:30)

Laut der "Jugend-Digitalstudie 2025" der Postbank stößt ein Handy-Verbot an Schulen mehrheitlich auf Ablehnung - obwohl aktuelle Studien einen Zusammenhang zwischen Smartphone-Nutzung und PISA-Ergebnis sehen. Hauptargumente sind die Bedeutung der schnellen Kommunikation mit Familie und Freunden (60 Prozent) und die Nützlichkeit für Lernzwecke und Recherchen (55 Prozent).

Eigenverantwortlichkeit

54 Prozent der 1.000 befragten Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren glauben eigenverantwortlich mit dem Smartphone umzugehen. Besonders junge Frauen betonen die Bedeutung von Selbstbestimmtheit und die Vorteile der mobilen Kommunikation. Zwei Drittel der Mädchen sehen darin das wichtigste Argument gegen ein Verbot (Jungen: 41 Prozent).

Auch die schnelle Kommunikation ist jungen Frauen wichtiger als den männlichen Mitschülern (63 zu 56 Prozent). Aber - vor allem junge Frauen können das Smartphone kaum aus der Hand legen: 41 Stunden verbringen sie damit pro Woche im Internet, bei den jungen Männern sind es 34,3 Stunden, wie die aktuelle Untersuchung zum Nutzungsverhalten in Deutschland ausweist.

Schüler erkennen Risiken

Gleichzeitig erkennen viele Jugendliche, vor allem Mädchen, Risiken der Smartphone-Nutzung im Schulalltag. 71 Prozent sehen ein Handy-Verbot als Möglichkeit, Ablenkungen im Unterricht zu vermeiden, 67 Prozent erwarten eine bessere Konzentration und 53 Prozent weniger Stress durch ständige Erreichbarkeit. 45 Prozent der Schülerinnen, aber nur 19 Prozent der Schüler, sehen einen Vorteil des Handy-Verbots in einer besseren Kommunikation in den Pausen.

Insgesamt verbringen Jugendliche in Deutschland im Schnitt 65,5 Stunden pro Woche mit Handy, Spielekonsole und Co im Internet. Das sind mehr als neun Stunden täglich, aber immerhin sechs Stunden pro Woche weniger als im Vorjahr, so die Studienautoren. Die Internetnutzung nimmt im Vergleich zu den Jahren 2020 und 2021 zwar kontinuierlich ab, das Niveau bleibt jedoch hoch, vor allem beim Nutzen mobiler Geräte.

An einem typischen Tag erhalten Teenager auf ihrem Smartphone rund 240 App-Benachrichtigungen. Ein Viertel dieser Nachrichten kommt während der Zeit in der Schule und weitere fünf Prozent in der Nacht. Durchschnittlich verbringen Jugendliche pro Tag fast 4,5 Stunden am Handy. Dabei reicht die individuelle Nutzung von wenigen Minuten bis zu mehr als 16 Stunden, zeigt eine Studie der University of Michigan Health, wie pressetext berichtete.

(Ende)
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