Kärnten ist "schon wieder" Tourismus-Schlusslicht – und niemand will die systemische Ursache sehen
Werbetherapeut Alois Gmeiner: "Wenn alle wachsen und einer schrumpft, dann ist das ein Skandal!"
Klagenfurt (pts012/05.02.2026/09:10)
Während ganz Österreich neue Rekorde im Winter-Tourismus feiert, steht ausgerechnet Kärnten auf der Bremse. Laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria ist Kärnten das einzige Bundesland mit rückläufigen Nächtigungen – und das in einem überdurchschnittlich guten Winter. "Wenn alle wachsen und einer schrumpft, dann ist das kein Wetterproblem, kein Zufall und kein Pech. Es ist ein Skandal, denn es ist ein massives Strukturproblem. Ein Versagen der Verantwortlichen", sagt Alois Gmeiner, Werbetherapeut und Marketingprofi. www.werbeteherapeut.com
Die nackten Zahlen:
Die Medien in Kärnten und auch außerhalb, haben die Zahlen des Wintertourismus 2025 veröffentlicht. Nur ein klassisches Winterurlaubsland muss sich verstecken. Während Bundesländer wie Tirol, Salzburg oder Städte wie Wien deutliche Zuwächse verbuchen, weist Kärnten "schon wieder einmal" ein Minus aus. Ein Skandal für die Verantwortlichen. Und das, obwohl:
- die Wintersaison stark war
- Österreich insgesamt auf Rekordkurs liegt
- die internationale Nachfrage deutlich gestiegen ist
"Das heißt übersetzt: Der Markt wächst – aber Kärnten verliert Marktanteile. Das eigentliche Problem: Systemisches Marketingversagen der hochbezahlten sogenannten Tourismus-Profis im Land", so Gmeiner. Er sieht die Ursachen nicht in einzelnen Kampagnen, sondern im gesamten touristischen Steuerungssystem.
Die Diagnose als Werbetherapeut (wie schon in seiner Kritik im Sommer):
1. Austauschbare Positionierung ohne Highlights:
Kärnten kommuniziert wie viele andere Alpenregionen – Sonne, See, Berge. Emotional nett, strategisch wirkungslos. Keine scharfe Differenzierung. Wenn man sich aktuelle Marketing-Kampagne an sieht fühlt man sich nach wie vor im Uschi-Glas-Tourismus-Syndrom gefangen. Siehe Presseaussendung: https://www.pressetext.com/news/zum-saisonende-kaernten-erstarrt-im-uschi-glas-tourismus-syndrom.html
2. Fehlende internationale Schlagkraft durch zu "brave" Ideen:
Während andere Regionen gezielt Kernmärkte bearbeiten und dadurch auch in einzelnen Bereichen medial auffallen, fehlt Kärnten ein klar sichtbares internationale relevantes Profil. Schöne Berge und Seen gibt es viele!
3. Zersplitterte Markenführung:
Zu viele Einzelinteressen, zu wenig stringente Dachstrategie. Regionen werben nebeneinander statt miteinander.
4. Marketing ohne Performance-Controlling:
Erbsenzählerei mit Reichweitezahlen statt Wirkungsmessung. Damit halten sich die offiziellen Führungskräfte der Kärnten-Werbung im Sattel. Denn, die Zahlen im Excel‑Sheet stimmen ja. Nur sonst nichts. Banale Kampagnen werden gefeiert, obwohl Marktanteile sinken.
5. Infrastrukturelle Wurschtigkeit:
Ein Flughafen, der keiner mehr sein will und seine Haupttätigkeit auf Immobilien legt, verhindert modernen Spontan-Destinations-Tourismus und Wochenendtourismus. Das Land rechnet nicht, was Tourismus tatsächlich an Wertschöpfung bringt und vor allem bringen könnte. Tourismus-Institutionen verwalten Budgets, aber niemand misst echte Wettbewerbsfähigkeit.
Kritik an der bald wieder einsetzenden offiziellen Jubelrhetorik:
"Und es wird bald wieder geschehen. Auch heuer wird es wieder Presseaussendungen von WKO, dem Land und den Tourismusverantwortlichen geben, in denen einzelne Erfolgssegmente gefeiert werden. Der Tenor: 'Mia samma eh guat'", so Gmeiner. "Aber das ändert nichts an der zentralen Tatsache: Kärnten verliert, während alle anderen gewinnen."
Besonders kritisch sieht er die Rolle der offiziell finanzierten Kärnten-Werbung: "Tourismusmarketing darf kein Selbstzweck sein. Wenn das Ergebnis Marktanteilsverlust ist, dann muss man nicht die Kampagnen verlängern, sondern das System hinterfragen. Und man muss den Betrieben neue und innovative Lösungen anbieten, die sie auch umsetzen können."
Der Werbetherapeut fordert kein neues Sujet und keine neue Broschüre, sondern "Hard-Core-Brainstorming für neue frische Ideen in unserem Land". Klare und auch vielleicht etwas pointiertere Positionierung, die Kärnten wieder ins Gespräch bei den Jungen bringt. Behördliche Unterstützung von Unternehmer-Engagement statt bürokratischer Verhinderung. Performance-KPIs auf Landesebene (Marktanteile, Wiederkehrraten, Wertschöpfung). Zusammenführung zersplitterter Budgets in schlagkräftige Leitkampagnen mit Viral-Effekt in den neuen Medien, die so wichtig sind.
Parallel dazu gilt es, die vorhandene – aber seit Jahren ungenutzte – Transport- und Flughafen-Infrastruktur endlich strategisch einzusetzen. Die Förderung des regionalen Flughafens Klagenfurt und die aktive Ansiedlung von Low-Cost-Carriern sind zentrale Hebel: Jeder hier investierte Euro vervielfacht sich im Tourismus und stärkt die gesamte regionale Wertschöpfung. Mut zur Neuausrichtung statt Weiter-so-Verwaltung
Werbetherapeut Alois Gmeiner: "Tourismus ist für Kärnten zu wichtig, um ihn PR-technisch schönzureden. Wenn ein Bundesland im Boomjahr verliert, dann ist das kein Ausrutscher, sondern ein Weckruf. Und den sollte man nicht mit Jubelmeldungen übertönen."
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Alois Gmeiner – Werbetherapeut
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