Forscher lassen kaputte Muskeln nachwachsen
Innovatives Mikrogerüst von Forschern der University of Oregon weist Fasern den richtigen Weg
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Mit einem Gerüst lassen sich Muskelfasern regenerieren (Foto: hettiaratchi-lab.com) |
Eugene (pte003/03.02.2026/06:05)
Ein Team am Knight Campus der University of Oregon unter der Leitung von Alycia Galindo, Doktorandin im Labor der Biomedizinerin Marian Hettiaratchi, hat mikroskopisch kleine Gerüste entwickelt, die durch einen Unfall verletzte Muskelzellen dazu anregen, organisiert nachzuwachsen und die zerstörten Fasern zu ersetzen.
Transplantationen suboptimal
Muskeln sind komplexe Strukturen, die aus Tausenden von präzise organisierten Faserbündeln bestehen, die sich aus verschiedenen Proteinen wie Aktin und Myosin zusammensetzen und zusammenarbeiten müssen, um Arbeit zu leisten.
Bei der Wiederherstellung ist der Körper überlastet. Transplantationen, heute die einzige Heilungsmethode, scheitern oft, weil sie sich nur schwer in die Struktur des vorhandenen Muskels integrieren lassen, was Narbengewebe bringt, das die Funktion des nachwachsenden Muskels und des Transplantats beeinträchtigt.
Elektrische Kraft formt Fasern
Galindo hat kleine Gerüste entwickelt, die das Wachstum neuer Muskelzellen und -fasern in die gewünschte Richtung lenken. Sie tat sich zunächst mit Kelly O'Neill zusammen, einer weiteren Doktorandin am Knight Campus, die von Paul Dalton, einem außerordentlichen Professor für Bioingenieurwesen, betreut wird.
Dalton hat das "Melt Electrowriting" (MEW) entwickelt, eine Mikro-3D-Drucktechnik, die die Herstellung mikroskopisch kleiner Gerüste mit präzisen Geometrien ermöglicht. Dabei werden biokompatible Polymere geschmolzen und mittels elektrischer Kräfte zu winzigen Fasern - nur wenige Mikrometer breit - gezogen, die dann Schicht für Schicht zu dreidimensionalen Strukturen gestapelt werden.
Beschichtungen fördern Wachstum
Galindo kultiviert auf diesen Gerüsten Muskelzellen. Sie wachsen tatsächlich so wie gewünscht, aber zu langsam. "Wir glaubten, dass die Kombination von MEW-Strukturgerüsten mit biochemischen Signalen sehr wirkungsvoll sein könnte", sagt Hettiaratchi.
Die Forscherinnen beschichteten deshalb das Gerüst mit Hyaluronsäure, die in Hautpflegeprodukten genutzt wird und auch natürlich im Körper vorkommt. Sie hilft Zellen, sich am Gerüst festzuklammern und zu wachsen. Den größten Erfolg erzielten die Forscherinnen, als sie noch ein Peptid namens RGD hinzufügten.
"Der Unterschied war wirklich dramatisch. Mit RGD hafteten die Zellen nicht nur besser, sie wuchsen in die gewünschte Richtung. Die Zellen nutzten das Gerüst als Vorlage für die Regeneration", untestreicht Galindo abschließend.
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