pte20260202001 in Leben

KI "PoseSwin" identifiziert Bären eindeutig

System von EPFL und Alaska Pacific University schafft das trotz starker Veränderung des Aussehens


Kleine Auswahl der Fotos für das KI-Training (Fotos: Beth Rosenberg, alaskapacific.edu)
Kleine Auswahl der Fotos für das KI-Training (Fotos: Beth Rosenberg, alaskapacific.edu)

Lausanne/Anchorage (pte001/02.02.2026/06:00)

Zebras, Leoparden, Giraffen und andere Tiere mit charakteristisch gemustertem Fell lassen sich mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) eindeutig identifizieren. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und der Alaska Pacific University haben die Algorithmen entsprechend darauf trainiertt. Somit lassen sich die Wander- und Fressgewohnheiten einzelnen Tieren zuordnen. Davon profitieren Tierschützer, Zoologen und letztlich auch Klimaforscher.

Genau wie Bärenexperten

Bei Braunbären und anderen Tieren, die keine individuellen Kennzeichen haben, versagte KI bisher, zumal diese Tiere ihr Aussehen auch mehrmals im Jahr ändern. Nach dem Winterschlaf sind sie abgemagert und haben ein zotteliges Fell. Wenig später sind sie zulasten der Lachspopulation wieder wohlgenährt und sehen ganz anders aus.

Die Fähigkeit, einzelne Tiere zu unterscheiden - einschließlich ihrer jeweils einzigartigen Geschichte, Bewegungsmuster und Gewohnheiten - kann Wissenschaftlern helfen, die Funktionsweise ihrer Art besser zu verstehen und somit Lebensräume optimierter zu verwalten und Populationsdynamiken zu untersuchen. Die neue KI kann Braunbären tatsächlich eindeutig auf Fotos identifizieren.

"Unsere biologische Intuition war, dass Kopfmerkmale in Kombination mit der Körperhaltung zuverlässiger sind als die Körperform allein, die sich mit der Gewichtszunahme dramatisch verändert. Wir hatten Recht. Unser KI-gestütztes Bildauswertungsprogramm PoseSwin übertrifft Modelle, die Körperbilder verwenden oder Informationen zur Körperhaltung ignorieren, deutlich", so EPFL-Forscher Alexander Mathis.

Weltgrößte Braunbär-Population

Das Naturschutzgebiet McNeil River State Game Sanctuary in Alaska beherbergt die weltgrößte saisonale Braunbär-Population. Jeden Sommer durchstreifen fast 150 Tiere ungestört ein 500 Quadratkilometer großes Gebiet unberührter Natur. Sie versammeln sich auf proteinreichen Wiesen und an Wasserfällen, um Lachse zu fangen, und bieten den wenigen Menschen, die das Schutzgebiet betreten dürfen, die Möglichkeit, sie zu beobachten.

In dieser Gegend lebt auch die an der Alaska Pacific University tätig Tierforscherin Beth Rosenberg. Zwischen 2017 und 2022 hat sie über 72.000 Fotos von 109 verschiedenen Braunbären unter allen möglichen Bedingungen aufgenommen und identifiziert. Diese dienten Als Trainingsmaterial für PoseSwin. Vier Merkmale der Bären, die sich im Laufe der Zeit wenig verändern, sind zentral: Die Form der Schnauze, die Neigung der Stirn, die Position der Ohren und die Körperhaltung.

"Bären stehen an der Spitze der Nahrungskette und sorgen für das reibungslose Funktionieren des Ökosystems. Sie sind für die Aufrechterhaltung gesunder Systeme von entscheidender Bedeutung", erklärt Rosenberg. Deshalb sei es wichtig, das Schicksal jedes einzelnen Tieres zu dokumentieren. Das soll mithilfe der Bilder von automatischen Wildkameras gelingen.

(Ende)
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