Gerät schafft schnelle Kontrolle von Spenderblut
Patienten werden dank neuem Prüfverfahren künftig sicher vor verdorbener Ware geschützt
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Diese roten Blutkörperchen sind völlig gesund (Illustration: Angelo D'Alessandro, cuanschutz.edu) |
Boulder/Aurora (pte013/30.01.2026/11:35)
Risiken bei Bluttransfusionen lassen sich dank eines neuen Prüfverfahrens von Forschern der University of Colorado Boulder (CU Boulder) und der University of Colorado Anschutz (CU Anschutz) künftig weitgehend ausschließen. Kranke bekommen, anders als heute, dann ausschließlich beste Ware, sagen die Entwickler.
Blut hat ein gewisses "Eigenleben"
Blut hat ein "Eigenleben", vor allem das, was Millionen Menschen in aller Welt spenden, um Kranken und Unfallopfern zu helfen. Auch wenn es vorschriftsmäßig aufbewahrt wird, kann es vorzeitig verderben. Ärzte merken das meist erst zu spät, weil der Gütenachweis kompliziert und zeitraubend ist - bisher jedenfalls. Spenderblut wird in rote Blutkörperchen auf der einen und Plasma und weiße Blutkörperchen auf der anderen Seite getrennt.
Die roten Blutkörperchen werden bei null Grad Celsius bis zu 42 Tage gelagert. In dieser Zeit sollten sie frisch bleiben, worauf aber kein Verlass ist. Mit der Zeit verlieren einige rote Blutkörperchen ihre gesunde, runde Form und sehen zunehmend stachelig aus. Schließlich sterben sie ab und platzen aufgrund eines Phänomens namens Hämolyse auf, sodass sie als Spende nicht mehr geeignet sind. Manche Blutkörperchen sind allerdings viel länger haltbar, werden heute aber vorsorglich entsorgt.
Eingeschränkte Qualitätskontrolle
"Trotz der zentralen Rolle von Transfusionen in der modernen Medizin ist die routinemäßige Qualitätskontrolle von Produkten aus roten Blutkörperchen bemerkenswert begrenzt", sagt CU-Anschutz-Forscher Angelo D'Alessandro. Gemeinsam mit Xiaoyun Ding von der CU Boulder hat er ein kleines Testgerät entwickelt, das die Güte roter Blutkörperchen minutenschnell erfasst. Je nach Gesundheitszustand und Alter des Spenders können sie früher oder später als üblich altern und unbrauchbar werden.
Das Gerät nutzt akustische Oberflächenwellen. Diese ähneln Schallwellen, bewegen sich jedoch nur über die oberste Schicht eines Materials auf. Es besteht aus einer dünnen Schicht metallischer Elektroden auf einen Wafer aus einem Material namens Lithiumniobat. Fällt darauf eine winzige Menge roter Blutkörperchen und die Elektroden werden an einen Stromkreislauf angeschlossen, beginnt das Lithiumniobat heftig zu vibrieren und schüttelt die Blutkörperchen durch.
Diese Vibrationen führen dazu, dass sich die roten Blutkörperchen erwärmen, schließlich platzen sie und geben ihren Inhalt in die umgebende Lösung ab. Je älter sie sind, desto schneller platzen sie, weil "ihre Membranen mit der Zeit schwächer werden", sagt Ding. Eine elektronische Auswerte-Einheit erfasst diese Inhaltsstoffe. Je früher diese gemessen werden, desto beschädigter sind die gespendeten Blutkörperchen. Jetzt wollen die Entwickler die medizinische Zulassung beantragen.
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