Frauenhass im Internet bleibt weitverbreitet
Forscher der University of Manchester haben Fall um den Ex-Fußballer Joey Barton untersucht
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Hass: Forscher sehen kulturelle Entgleisungen gegenüber Frauen (Bild: pixabay.com, vocablitz) |
Manchester (pte017/29.01.2026/13:00)
Eine Studie unter Beteiligung der University of Manchester zeigt eine allgegenwärtige Kultur des Frauenhasses sowie Online-Gewalt gegen Frauen im Sport. Geschlecht, Herkunft und Online-Missbrauch überschneiden sich demnach und weden durch soziale Medien verstärkt, heißt es. Die Experten fordern stärkere Richtlinien und Maßnahmen zur Rechenschaftspflicht.
Hasserfüllte Online-Rhetorik
Das Team hat misogynistische Online-Rhetorik, die sich gegen Frauen und Mädchen im Sport richtet, untersucht. Die Studie analysiert drei zeitlich abgegrenzte Ereignisse auf der Social-Media-Plattform X, bei denen der Ex-Fußballer Joey Barton zwei Fußballspielerinnen und eine weibliche Expertin mit beleidigender Sprache angriff, sowie die öffentliche Reaktion darauf.
Für jedes Ereignis hat sich das Team rund 6.500 Beiträge angesehen. Rosy Boardman von der Universität Manchester: "Unsere Forschung zeigt, wie einflussreiche Personen den Ton und den Verlauf von Online-Diskussionen maßgeblich prägen können. Wenn Personen mit großer Reichweite ihre Plattformen nutzen, um Misogynie zu normalisieren oder gezielte Feindseligkeit gegenüber Frauen im Sport zu schüren, äußern sie nicht nur eine Meinung."
Worte als Brandbeschleuniger
Das Grundproblem frauenfeindlicher Äußerungen im Netz ist für Boardman, dass diese Personen schädliche Narrative legitimieren, die andernfalls randständig blieben. Ihre Worte wirkten als Brandbeschleuniger, förderten Polarisierung und schafften digitale Umgebungen, in denen Missbrauch zur Routine wird.
"Wenn wir wollen, dass Fußball und Sportgemeinschaften insgesamt Orte sind, an denen sich Frauen und Mädchen wertgeschätzt, sicher und zur vollen Teilhabe als Athletinnen und Fans befähigt fühlen, müssen wir diese Kultur in Frage stellen und von denjenigen, die online Einfluss haben, höhere Standards einfordern", unterstreicht die Wissenschaftlerin.
Barton wurde im November 2025 am Liverpool Crown Court in sechs Anklagepunkten des Versendens grob beleidigender elektronischer Nachrichten mit der Absicht, Leid oder Angst zu verursachen, schuldig gesprochen und im Dezember 2025 zu sechs Monaten Haft verurteilt, die für 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden.
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