pte20260129004 in Leben

Viel sitzen macht Jugendliche eher depressiv

Verhaltensweise belastet laut neuer Untersuchung der SWPS-Universität die gesamte Familie


Am PC spielen: Bewegungsmangel macht auch Eltern depressiv (Foto: Tomasz Mikołajczyk, pixabay.com)
Am PC spielen: Bewegungsmangel macht auch Eltern depressiv (Foto: Tomasz Mikołajczyk, pixabay.com)

Warschau (pte004/29.01.2026/06:15)

Bewegungsmangel bei Jugendlichen wirkt sich nicht nur negativ auf deren körperliche und manchmal auch seelische Verfassung aus. Er beeinträchtigt auch das Wohlbefinden der Eltern. Diesen Zusammenhang haben Forscher der SWPS-Universität entdeckt.

"Vielsitzer" leiden später

Bis vor Kurzem haben sich Wissenschaftler vor allem auf die Tatsache konzentriert, dass Bewegungsmangel Übergewicht und Herzerkrankungen begünstigt. Inzwischen ist bekannt, dass sich vieles Sitzen negativ auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken kann, und dass sich diese Beeinträchtigungen bis ins Erwachsenenalter hinziehen können.

Jetzt haben die polnischen Psychologen gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und Kanada untersucht, wie sich Bewegungsmangel auf ganze Familien auswirkt, auch wenn nur Teile davon die meiste Zeit mit Sitzen verbringen. Die Forscher haben 14 Monate lang Daten zu 203 Familien mit Kindern in 18 Städten und neun Dörfern im Südwesten Polens untersucht. Deren Bewegungen hat ein kleines Gerät aufgezeichnet, das die Probanden an er Hüfte trugen.

Zu Beginn der Versuchsphase haben die Psychologen alle Teilnehmer darüber informiert, wie sie einen gesunden Lebensstil pflegen können. Was aber längst nicht alle überzeugte, dass sie sich mehr bewegen müssen. Kinder, die übermäßig viel Zeit im Sitzen verbrachten, berichteten nach acht Monaten verstärkt über Symptome einer Depression. Offensichtlich gab es hier eine Wechselwirkung. Kinder, die schon zu Beginn psychisch schlecht drauf waren, bewegten sich noch weniger als die, die anfangs gut gelaunt waren.

Eltern fühlen sich oft hilflos

Eltern von übermäßig viel sitzenden Kindern berichtete nach acht Monaten ebenfalls von überdurchschnittlich starken Depressionssymptomen. Das könne mit der psychischen Belastung der Eltern zusammenhängen, die dadurch entstehe, dass sie mit ansehen müssten, wie sich ihr Kind aus Aktivitäten zurückzieht, was zu einem Gefühl der Hilflosigkeit und zu Sorgen um die Entwicklung des Kindes führen könne, so die Psychologin Maria Siwa.

Die Wissenschaftlerin staunt eigenen Angaben nach darüber, dass Kinder, die nach acht Monaten den Zusammenhang zwischen häufigem Sitzen und depressiver Stimmung erkannt hatten, im Rest des Versuchszeitraums von sich aus keine Gegenmaßnahmen ergriffen und sich mehr bewegten. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen die ganze Familie umfassen sollten.

(Ende)
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