Dünne Faser beherbergt bald einen Computer
Technologie der Fudan-Universität macht Textilien wie T-Shirts und Jacken künftig "intelligent"
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Flexibler Faser-Chip auf Fingerkuppe: Anwendungspalette ist schier unbegrenzt (Foto: fudan.edu.cn) |
Schanghai (pte021/28.01.2026/11:30)
Ein Team der Fudan-Universität hat komplexe elektronische Schaltkreise in dünne, flexible Fasern integriert. Diese bahnbrechende Entwicklung, die die Forscher als "Faserchip" bezeichnen, ermöglicht es Textilien, Informationen wie ein Computer zu verarbeiten. Gleichzeitig sind sie weich, dehnbar und lassen sich verbiegen, ohne Schaden zu nehmen, sodass sie sich in Alltagskleidung einarbeiten lassen.
Kleidung wird künftig zum Navi
Das T-Shirt lässt sich somit künftig als Navigationsgerät nutzen, Gesundheitsdaten wie Puls und Blutdruck erfassen und sogar direkt mit dem Gehirn koppeln. Der Computer wird demnach möglicherweise bald auch direkt in der Faser durch Gedanken steuerbar, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Normalerweise sind Computer-Chips flach und starr, weil sie aus harten Materialien wie Silizium bestehen. Da Fasern, die in Textilien integriert werden sollen, flexibel sein müssen und eine sehr kleine Oberfläche haben, ist es schwierig, elektronische Bauteile darauf unterzubringen.
Um dieses Problem zu lösen, hat das Team sich davon gelöst, nur die Oberfläche der Faser zu nutzen. Stattdessen entwarfen sie eine mehrschichtige Spiralarchitektur, bei der sie mehrere Schichten von Schaltkreisen innerhalb der Faser aufbauten, sodass sie den gesamten verfügbaren Innenraum nutzen konnten.
10.000 Transistoren je Millimeter
Ein nur ein Millimeter langer Faserchip kann 10.000 Transistoren aufnehmen - das sind winzige Schalter, die Daten verarbeiten. Damit verfügt dieser über die gleiche Rechenleistung wie ein Chip, der in einem Herzschrittmacher verwendet wird. Ein ein Meter langer Faserchip kann Millionen Transistoren beherbergen und damit die Leistung eines Standard-Desktop-Computerprozessors erreichen.
Seit Jahrzehnten statten Wissenschaftler Fasern mit grundlegenden Funktionen aus, wie beispielsweise der Fähigkeit, Energie zu speichern oder Berührungen zu erkennen. Allerdings mussten die Kleiderstoffe, in die diese Fasern integriert wurden, an starre Computerchips angeschlossen werden, um zu funktionieren. Das machte die Kleidung steif und unbequem. "Unsere Herstellungsmethode ist in hohem Maße mit den derzeit in der Chip-Industrie verwendeten Werkzeugen kompatibel. Wir können sie sogar in Serie herstellen", sagt Entwickler Chen Peining.
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