pte20260127017 in Forschung

Biosensor warnt, wenn Wein zu verderben droht

Hebräische Universität Jerusalem: Färbung bei der Entwicklung von schädlicher Essigsäure


Weinproduktion: Biosensor erkennt Gefahren in Gärtanks (Foto: Leo Hau, pixabay.com)
Weinproduktion: Biosensor erkennt Gefahren in Gärtanks (Foto: Leo Hau, pixabay.com)

Jerusalem (pte017/27.01.2026/11:30)

Ein neuer biologischer Sensor von Forschern der Hebräischen Universität Jerusalem warnt Winzer davor, wenn ihr Wein durch die Bildung von Essigsäure zu verderben droht. Yael Helman, Oded Shoseyov und ihre Doktorandin Yulia Melnik-Kesler haben Bakterien gentechnisch so verändert, dass sie schon bei winzigen Spuren von Essigsäure im Wein ein messbares Lumineszenzsignal aussenden, das eine genaue Quantifizierung der Verbindung ermöglicht.

Wein rechtzeitig retten

In Labortests hat der Biosensor eine starke und lineare Reaktion auf Essigsäurekonzentrationen zwischen Null und einem Gramm pro Liter gezeigt. Dieser Bereich ist für Winzer von entscheidender Bedeutung, da der Verderb in der Regel bei Konzentrationen von etwa 0,7 Gramm pro Liter beginnt. Sobald der Essigsäuregehalt steigt, kann der Gärungsprozess zum Stillstand kommen und der Wein ungenießbar werden.

Bei diesen für den Verderb relevanten Konzentrationen steigt die Helligkeit um das Fünf- bis Achtfache an und liefert so eine klare Warnung, lange bevor der Wein ungenießbar wird. Bereits zwei Stunden nach Erreichen kritischer Essigsäurewerte reagiert der Biosensor mit der Emission von Licht. Dann bleibt genug Zeit, um den Wein zu retten, sagen die Wissenschaftler.

Kontrollen oft langsam

Aktuelle Methoden zur Messung von Essigsäure basieren auf Labortechniken wie Gaschromatografie und Flüssigchromatografie, die teuer und langsam sind und flüssige Proben erfordern. Diese Einschränkungen machen es für Weingüter schwierig, die Gärung in Echtzeit zu überwachen und zu reagieren, bevor Schäden entstehen.

Der neue Sensor muss nicht einmal direkt mit dem Wein in Berührung kommen. Wird dieser in einem Gärtank oberhalb der Flüssigkeit angebracht, reagiert er auf die Dämpfe, die Essigsäure emittiert. Nicht nur Winzer können den Sensor nutzen, glauben die Entwickler. Essigsäure ist ein Indikator für Produktionsprobleme in der Lebensmittelindustrie und bei der Herstellung von Biokraftstoffen. Er könnte auch als Biomarker für bestimmte Krankheiten der Schilddrüse eingesetzt werden.

(Ende)
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