pte20260127004 in Forschung

Satelliten erfassen das Wachstum von Wäldern

Wissenschaftler haben eine deutlich billigere Alternative zu teuren irdischen Methoden entwickelt


Wald: Satelliten erfassen die Höhe von Bäumen (Foto: Kanenori, pixabay.com)
Wald: Satelliten erfassen die Höhe von Bäumen (Foto: Kanenori, pixabay.com)

Peking/Kopenhagen (pte004/27.01.2026/06:15)

Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Kopenhagen und kooperierende Institutionen werten Satellitenbilder aus und schließen damit auf das Wachstum von Bäumen in ausgedehnten Wäldern. Dies ist wichtig, um auszurechnen, wie viel CO2 diese speichern, wie Aufforstungsmaßnahmen über Jahre hinweg wirken und wie der Boden beschaffen ist, auf dem die Bäume wachsen.

Maschinelles Lernen an Bord

Durch die Kombination von jahrzehntelangen Daten der Landsat-Satelliten zur Erdbeobachtung mit Modellen des maschinellen Lernens rekonstruiert das Team jedes Jahr Karten der Baumkronenhöhe für Südchina und bietet damit eine seltene Langzeitperspektive darauf, wie sich Wälder erholen, reifen und auf menschliche Bewirtschaftung reagieren.

Um eine Rechengrundlage zu bekommen, gleichen die Forscher Bilder bestimmter Regionen mit Messungen ab, die mit irdischen Mitteln erfolgen sind, wie Baumhöhenmessungen mit LiDAR-Geräten an Bord von Flugzeugen. Diese ermitteln die Daten durch Abstandsmessungen aufgrund der Laufzeiten des Radarlichts vom Aussenden bis zur Wiederkehr des reflektierten Signals.

Klima ist nicht allein schuldig

Die Analyse zeigt, dass die Wälder in Südchina in den vergangenen 30 Jahre erheblich gewachsen sind. Die durchschnittliche Baumkronenhöhe stieg von etwa 6,4 Metern (1986) auf über 10,3 Meter (2019), was einem Anstieg von 61 Prozent entspricht. Gebiete, die von höheren Bäumen dominiert werden, dehnten sich nach 2000 rasch aus, was auf groß angelegte Aufforstungs- und Waldschutzmaßnahmen zurückzuführen ist.

Plantagenwälder wuchsen schneller als naturbelassene Sekundärwälder - mit einem durchschnittlichen Höhenzuwachs von etwa 0,20 Metern pro Jahr, verglichen mit 0,13 Metern pro Jahr in Sekundärwäldern. Letztlich erreichten Sekundärwälder jedoch größere Höhen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alter der Wälder sowie die Bewirtschaftungspraktiken neben dem Klima die dominierenden Faktoren für langfristige Veränderungen der Waldstruktur sind.

(Ende)
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