pte20260127002 in Leben

"Leibwächter" von Tumoren ausgeschaltet

Lungenkrebs lässt sich laut A*STAR-Wissenschaftlern künftig deutlich effektiver therapieren


Lunge im Fokus: Forscher haben Hoffnung bei aggressivem Krebs (Foto: Hopestar21, pixabay.com)
Lunge im Fokus: Forscher haben Hoffnung bei aggressivem Krebs (Foto: Hopestar21, pixabay.com)

Singapur (pte002/27.01.2026/06:05)

Forscher der Agentur für Wissenschaft, Technologie und Forschung (A*STAR) um Gandhi Boopathy haben die Gründe für schwer zu behandelnden Lungenkrebs herausgefunden. Konkret geht es um Zellen, die nach der Entwicklung von Mutationen in einem wichtigen Gen namens EGFR hochgradig resistent gegen Behandlungen wie Chemotherapie und Bestrahlung werden. Sie umgeben sich mit einer Art Bodyguard, der verhindert, das die Behandlung anschlägt.

Tumore schaffen Barrieren

Dieser Schutzmechanismus entsteht erst nach Anfangserfolgen bei der Bekämpfung der Tumorzellen. Er besteht aus Adenosintriphosphat ATP. Das ist der universelle Hauptenergiespeicher aller Körperzellen, der normalerweise durchaus positive Auswirkungen hat. In diesem Fall allerdings nicht.

Das überschüssige ATP aktiviert den Rezeptor P2Y2, der dann ein Partnerprotein namens Integrin β1 rekrutiert, um eine Schutzbarriere um das mutierte EGFR zu errichten. Daran prallen die Krebsbehandlungen dann wirkungslos ab. "Die Krebszellen setzen molekulare 'Leibwächter' ein, um das mutierte Protein vor der Zerstörung zu schützen", so Boopathy.

Natürlicher Wirkstoff hilft

Die gute Nachricht: P2Y2 sitzt auf der Zelloberfläche und ist daher für Medikamente viel leichter zu erreichen als Ziele, die tief im Inneren der Zelle verborgen liegen. Als die Experten den P2Y2-Rezeptor in medikamentenresistenten Krebszellen ausschalteten, führte dies zum fast vollständigen Verlust des mutierten EGFR-Proteins, was weiteres Wachstum der Tumorzellen verhindert.

Dieses Ausschalten ist den Forschern mit Kaempferol gelungen. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Wirkstoff, der etwa in Grünkohl und Brokkoli vorkommt. In Labormodellen mit medikamentenresistenten menschlichen Lungentumoren hat die tägliche Behandlung mit Kaempferol binnen 24 Tagen zur signifikanten Verkleinerung der Tumore geführt.

"Die Behandlung mit Kaempferol kann zusammen mit aktuellen Medikamenten eingesetzt werden, um Resistenzen zu überwinden oder sogar zu verhindern, und damit einen neuen Weg zur Bekämpfung von Arzneimittelresistenzen eröffnen", so Boopathys A*STAR-Kollege Wanjin Hong abschließend.

(Ende)
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