pte20260126017 in Forschung

Elektrofilter löst das Nanokunststoff-Problem

Innovatives Verfahren der Sungkyunkwan-Universität entfernt 99 Prozent der gefährlichen Partikel


Kläranlage: Diese fängt bald auch Nanoplastik ein (Foto: Michal Jarmoluk, pixabay.com)
Kläranlage: Diese fängt bald auch Nanoplastik ein (Foto: Michal Jarmoluk, pixabay.com)

Seoul (pte017/26.01.2026/11:30)

Eine neue Technik von Forschern der Sungkyunkwan-Universität filtert mehr als 99 Prozent der ultrafeinen Mikroplastikpartikel, die kleiner als 100 Nanometer sind, selbst unter kommerziellen Hochdurchflussbedingungen effektiv heraus. Derart kleine Teilchen können die biologischen Membranen im Körper passieren und schwere Krankheiten wie Immunstörungen und Krebs auslösen, wie pressetext berichtete.

Blech zieht Nanopartikel an

Das Team um Jeong-Min Baik hat ein poröses Metallblech elektrokinetisch aktiviert, indem es dessen Oberfläche mit Magnesiumoxid und einer kationischen Polymerverbindung beschichtet und eine elektrische Spannung angelegt hat. Dadurch zieht der Filter die elektrisch negativ geladenen Kunststoffpartikel an und hält sie fest, so wie ein Magnet, der Eisenspäne anzieht. Das gereinigte Wasser fließt ungehindert durch die Poren des Siebs.

Ist der Filter mit Kunststoffpartikeln gesättigt, lässt er sich dem Wasser entziehen und regeneriert, sodass er immer wieder einsetzbar ist. Dies gelingt, indem die angelegte Spannung umgekehrt wird - das Sieb wird elektrisch negativ, sodass die ebenfalls negativ geladenen Partikel abgestoßen und aufgefangen, um letztlich verbrannt zu werden. Die Mengen sind so gering, dass sich ein Recycling nicht lohnt. Nach 20 Zyklen hat das Sieb noch genauso gut wie beim ersten Mal funktioniert.

Für Metalle und Bakterien

Baik und sein Team haben ihren Filter mit Trink- und Flusswasser sowie mit den konventionell gereinigten Abwässern einer Kläranlage getestet. In allen Fällen hat das System laut den Experten ganze Arbeit geleistet. Der Materialwissenschaftler glaubt, dass sich sein Verfahren auch nutzen lässt, um Bakterien und giftige Metalle aus Wasser zu entfernen. Er hat seinen Filter patentieren lassen und bereitet jetzt die Kommerzialisierung des Verfahrens vor.

(Ende)
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