Strukturwandel scheitert an "German Angst"
Weniger die Beschäftigten als die Firmen selbst befördern laut ISF München den Innovationsstau
![]() |
Welt im Wandel: Unternehmen gehen Strukturwandel nur halbherzig an (Bild: pixabay.com, moritz320) |
München (pte015/22.01.2026/13:55)
Die strukturelle Transformastion der deutschen Industrie scheitert in vielen Unternehmen an der "German Angst" und bleibt damit häufig hinter den eigenen Zielen zurück. Das besagt eine Umfrage des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF München) auf Basis von Interviews mit rund 4.000 Beschäftigten sowie vertiefenden Fallstudien in zentralen Branchen.
Hohe Veränderungsdynamik
Egal ob Digitalisierung oder Dekarbonisierung von Produktionsstrukturen: Der Übergang in eine neue industrielle Produktionsweise ist längst kein Randphänomen mehr. Rund die Hälfte der Beschäftigten berichtet von einer hohen oder sehr hohen Veränderungsdynamik.
Stark sind diese Erfahrungen laut der Studie in der Automobilindustrie, in der Informations- und Kommunikationsbranche, bei Finanzdienstleistungen sowie in der Energieversorgung. Entgegen der landläufigen Meinung stehen viele Beschäftigte dem Wandel offen gegenüber.
Von denen, die Transformation erleben, verbinden nur 15 Prozent damit Risiken. Die große Mehrheit sieht im Wandel Chancen. "Die Beschäftigten nehmen die Transformation realistisch wahr - weder unkritisch noch grundsätzlich ablehnend", sagt Thomas Lühr vom ISF München.
Organisationaler Innovationsstau
Die Studie identifiziert drei zentrale Mechanismen eines organisationalen Innovationsstaus. So scheitert die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle oft an internen Machtkonflikten, politischer Abhängigkeit von etablierten Geschäftsbereichen und fehlenden Ressourcen. Die Anpassung der Unternehmen verläuft nur schleppend, wie pressetext berichtete.
Auch würden neue Arbeitsformen wie agile Organisationsansätze zwar eingeführt, gerieten jedoch in Konflikt mit bürokratischen Steuerungslogiken. Und es fehle in vielen Unternehmen an einer klaren strategischen Orientierung, die Beschäftigten verlässliche Perspektiven gibt.
"Viele Unternehmen bearbeiten den Übergang in eine neue industrielle Produktionsweise noch mit Steuerungslogiken aus der alten Welt. Das führt zu widersprüchlichen Erfahrungen, Reibungsverlusten und blockiert Innovationspotenziale", erklärt Lührs Kollege Andreas Boes.
(Ende)| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Florian Fügemann |
| Tel.: | +43-1-81140-313 |
| E-Mail: | fuegemann@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


