pte20260121005 in Forschung

Test mit Schülern: KI kann Wahlsieger küren

Experten der University of New South Wales erbringen den Beweis mit Spiel "Capture the Narrative"


KI-Chatbot: Schüler erlernen Funktionsweise von Manipulation (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)
KI-Chatbot: Schüler erlernen Funktionsweise von Manipulation (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)

Sydney (pte005/21.01.2026/06:10)

Forscher der University of New South Wales haben mit "Capture the Narrative" das weltweit erste Social-Media-Kriegsspiel für Schüler entwickelt. Damit erstellen die Heranwachsende ausgeklügelte KI-Bots, um eine fiktive Wahl zu beeinflussen. Dabei wenden sie Manipulationstaktiken wie in den realen sozialer Medien an.

108 Uni-Teams spielten mit

In kleinen Teams überschwemmen sie die Plattform mit Informationen, die öffentliche Debatten spalten und sogar eine Wahl beeinflussen können - "glücklicherweise alles innerhalb einer kontrollierten Simulation und nicht in der realen Welt", wie die Forscher betonen. In Tests mit 108 Teams aus 18 australischen Universitäten sollten diese KI-Bots entwickeln, um entweder "Victor" (linksorientiert) oder "Marina" (rechtsorientiert) den Sieg bei einer Präsidentschaftswahl zu sichern.

"Die Auswirkungen waren eklatant", schreiben die Autoren. Während einer vierwöchigen Kampagne wurden mehr als 60 Prozent der Inhalte von Bots der Wettbewerber generiert, insgesamt über sieben Mio. Beiträge. Die Bots beider Seiten kämpften darum, die überzeugendsten Inhalte zu produzieren, und griffen dabei frei auf Unwahrheiten und Fiktion zurück.

Digitale Kompetenz gefordert

Diese Inhalte konsumierten Bürger, die ähnlich wie echte Wähler mit der Social-Media-Plattform interagierten. Am Wahlabend gaben dann alle diese Bürger ihre Stimmen ab, was zu einem sehr knappen Sieg von "Victor" führte. Anschließend simulierten die Forscher die Wahl erneut, diesmal ohne Einmischung. Jetzt gewann "Marina" mit einem Vorsprung von 1,78 Punkten.

"Unser Spiel zeigt, dass wir dringend digitale Kompetenz benötigen, um das Bewusstsein für Fehlinformationen im Internet zu schärfen, damit die Menschen erkennen können, dass sie mit gefälschten Inhalten konfrontiert werden", schreiben die australischen Wissenschaftler abschließend.

(Ende)
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