pte20260121003 in Business

"Greenwashing" hilft Firmen nur kurzfristig

Unternehmen riskieren laut Murdoch-Studie durch übertriebene Darstellung ihre finanzielle Stabilität


Grüner Helm: Image hilft nur, wenn es substanziell ist (Bild: UNifiArt, pixabay.com)
Grüner Helm: Image hilft nur, wenn es substanziell ist (Bild: UNifiArt, pixabay.com)

Perth (pte003/21.01.2026/06:00)

Unternehmen, die "Greenwashing" betreiben, um für Investoren, Kunden und Partner attraktiver zu erscheinen, erreichen laut einer neuen Studie der Murdoch University zwar kurzfristig diese Ziele. Langfristig jedoch wird keine dauerhafte finanzielle Stabilität gewährleistet. Mit Greenwashing ist eine irreführende Marketing-Strategie gemeint, bei der Unternehmen sich als umweltfreundlicher darstellen, als sie tatsächlich sind.

ESG-Bewertungen als Maßstab

Weltweit hat das Investieren in Environmental Social Governance (ESG) zugenommen, also vor allem in Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Einhaltung der Menschenrechte und zum Umweltschutz. ESG-Bewertungen sind für Investoren zu einem wichtigen Maßstab der Risikobewertung geworden.

"Allerdings spiegeln ESG-Bewertungen nicht immer die tatsächliche Umweltleistung eines Unternehmens wider. Manche Firmen betreiben Greenwashing, um ihren Ruf zu verbessern, Investoren anzulocken und als risikoärmer und verantwortungsbewusster zu erscheinen, ohne notwendigerweise ihren CO2-Fußabdruck zu verringern", so Forscher Tanvir Bhuiyan.

Australische Untersuchung

Bhuiyan hat mit seinem Team das Gebaren australischer Unternehmen zwischen 2014 und 2023 untersucht. Um zu messen, ob die Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistung übertrieben darstellten, entwickelten sie einen umfassenden quantitativen Rahmen zur Messung von Greenwashing, indem sie ESG-Werte direkt mit den CO2-Emissionen verglichen und so feststellen konnten, wann Nachhaltigkeitsaussagen übertrieben waren.

Anschließend haben die Wissenschaftler analysiert, wie sich Greenwashing auf die Stabilität eines Unternehmens auswirkte, indem sie dessen Volatilität an der Börse untersuchten. Ergebnis: Greenwashing verbessert die Stabilität von Unternehmen kurzfristig. "Kurzfristig erscheinen Firmen, die ihre ESG-Referenzen übertreiben, auf dem Markt als weniger riskant, da Investoren starke ESG-Signale als Zeichen der Sicherheit interpretieren", sagt Bhuiyan .

Wenn die Diskrepanzen zwischen den ESG-Behauptungen und den tatsächlichen Emissionen deutlicher werden, korrigiert der Markt seinen früheren Optimismus und die stabilisierende Wirkung des Greenwashing lässt nach, so der Experte. Jedoch sei Greenwashing weitverbreitet. "Im Durchschnitt gaben die Unternehmen durchweg ESG-Werte an, die übertrieben waren", bestätigt auch Bhuiyans Kollege Ariful Hoque.

2023 sei jedoch ein deutlicher Rückgang des Greenwashing zu verzeichnen gewesen, "was wahrscheinlich auf die strengere Durchsetzung durch die ASIC, die ab 2025 geltende Pflicht zur Offenlegung von Klimarisiken und die größere Kontrolle durch Investoren zurückzuführen ist". ASIC ist eine Aufsichtsbehörde für Finanzen und Kreditvergabe. Dies deutet darauf hin, dass der regulatorische Druck beginne, überhöhte ESG-Berichte einzudämmen.

(Ende)
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