pte20260120003 in Forschung

Web für Teens laut Forschern kaum eine Gefahr

Studie der University of Manchester mit mehr als 25.000 Kindern kann Bedenken nicht bestätigen


Teen: Gefahren aus dem Web sind für Teens geringer als gedacht (Foto: Mircea Iancu, pixabay.com)
Teen: Gefahren aus dem Web sind für Teens geringer als gedacht (Foto: Mircea Iancu, pixabay.com)

Manchester (pte003/20.01.2026/06:10)

Die Nutzung sozialer Medien oder Videospiele verursachen bei Teens kaum psychische Probleme. Zu dem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie der University of Manchester. Eine weitverbreitete Befürchtung von Eltern und Lehrern könnte damit gegenstandslos sein. Die im "Journal of Public Health" veröffentlichte Studie basiert auf den Erfahrungen von über 25.000 Schülern im Großraum Manchester und ist eine der größten und detailliertesten Studien dieser Art.

Viel differenzierteres Bild

Das Team hat im Rahmen des #BeeWell-Programms, das sich auf die Verbesserung des Wohlbefindens junger Menschen konzentriert, über drei Schuljahre hinweg Jugendliche zwischen elf und 14 Jahren begleitet. Seit mehreren Jahren gibt es Warnungen, dass die Zeit, die Jugendliche auf TikTok, Instagram oder Gaming-Plattformen verbringen, zu einem Anstieg von Angstzuständen und Depressionen führen könnte.

Doch die Forscher aus Manchester sagen, dass ihre Ergebnisse ein viel differenzierteres Bild ergeben. "Wir wissen, dass Familien besorgt sind, aber unsere Ergebnisse stützen nicht die Annahme, dass allein die Nutzung sozialer Medien oder das Spielen von Videospielen zu psychischen Problemen führt", sagt Erziehungswissenschaftler Qiqi Cheng.

Nutzungsdauer pendelt sich ein

Der Studie nach haben Mädchen, die häufiger spielten, im folgenden Jahr etwas weniger Zeit in sozialen Medien verbracht. Und Jungen, die über mehr emotionale Schwierigkeiten berichteten, neigten eher dazu, in Zukunft weniger zu spielen, was laut den Forschern damit zusammenhängen könnte, dass man bei schlechter Laune das Interesse an Hobbys verliert oder dass Eltern die Bildschirmzeit einschränken, wenn sie Probleme ihres Kindes bemerken.

Das Team, dem auch Neil Humphrey angehörte, hat zudem untersucht, ob es einen Unterschied macht, wenn aktiv in sozialen Medien gechattet oder nur passiv gescrollt wird. Aber das Gesamtbild blieb dasselbe. Das alles bedeut allerdings nicht, dass Surfen harmlos ist, meinen die Wissenschaftler.

Verletzende Nachrichten, Online-Druck und extreme Inhalte könnten sich durchaus auf das Wohlbefinden auswirken. Aber die Autoren argumentieren, dass man den Blick für das Gesamtbild verliert, wenn man sich nur auf die Bildschirmzeit konzentriert. "Anstatt die Technologie selbst zu beschuldigen, müssen wir darauf achten, was junge Menschen online tun, mit wem sie in Kontakt stehen und wie unterstützt sie sich in ihrem täglichen Leben fühlen", sagt Humphrey.

(Ende)
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