Grüner Wasserstoff ohne Platin hergestellt
IMDEA Materials Institute: Alltägliche Legierungen lösen teures Problem in der Massenproduktion
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Wasserstoff: ist vielfältig herstell- und damit auch nutzbar (Illustration: Roman, pixabay.com) |
Madrid (pte015/19.01.2026/11:45)
Mit der Umsetzung einer vermeintlich verrückten Idee haben Forscher des IMDEA Materials Institute ein Hindernis auf dem Weg zu konkurrenzfähigem grünen Wasserstoff beseitigt - und damit die Voraussetzung für den Ersatz von fossilen Brenn- und Treibstoffen geschaffen. Dessen Herstellung per Elektrolyse durch Spaltung von Wasser gelingt jetzt effektiv mit Katalysatoren, die ohne extrem teures Platin auskommen.
Erfolg mit Stauchen und Strecken
Die neuen Reaktionsbeschleuniger bestehen aus alltäglichen Materialkombinationen wie Silber und Indium (Ag₃In), Nickel und Eisen (Ni₃Fe) sowie Nickel und Zinn (Ni₃Sn), die bereits früher getestet und wegen geringer Wirkung verworfen worden sind. Davon haben sich die Wissenschaftler nicht abschrecken lassen. Ihre "verrückte" Idee war es, die Legierungen mit Gewalt zu strecken oder zu stauchen.
Das könnte die Aktivität der Materialien steigern, also ihre katalytische Wirkung verbessern, indem die Kontaktfläche vergrößert wird. Laut der Veröffentlichung in "ACS Catalysis" der American Chemical Society haben Dehnungen die katalytische Aktivität von Ag₃In, verbessert, während sich mit Druck ähnliche Effekte bei Ni₃Fe und Ni₃Sn erzielen lassen. So hat eine um gerade einmal 1,26 Prozent gedehnte Ni₃Sn-Probe 71 Prozent der Effizienz von Platin erreicht.
Toxisch unbedenklich und haltbar
Platin ist wegen seiner Aktivität und Haltbarkeit bisher das Referenzmaterial bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse. Seine hohen Kosten und sein begrenztes Angebot stellen jedoch große Hindernisse für einen großtechnischen Einsatz dar. "Daher gibt es einen starken Drang, erschwingliche Alternativen zu finden, die in ihrer katalytischen Leistung mit Metallen der Platingruppe mithalten können", betonen die Forscher.
Sie setzen daher auf etablierte Materialien statt auf neue und versuchen sie mechanisch so zu manipulieren, dass diese Leistungssprünge erreichen. Gleichzeitig achten sie darauf, dass die neuen/alten Katalysatormaterialien toxisch unbedenklich und der aggressiven Umgebung im Inneren eines Elektrolyseurs gewachsen sind. All das erreichen sie durch Strecken und Stauchen.
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