Bakterienkiller kommen aus Magen-Darm-Trakt
Natürliches Protein Intellectin-2 hebelt laut MIT-Wissenschaftlern Antibiotikaresistenzen aus
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Laura Kiessling: MIT-Chemikerin macht neue Jagd auf Bakterien (Foto: mit.edu) |
Cambridge (pte002/16.01.2026/06:05)
Das im Magen-Darm-Trakt gebildete Protein Intellectin-2 ist ein effektiver Bakterienkiller. Das hat ein Team um Laura Kiessling vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgefunden. "Dieses Protein trägt zur Stabilisierung der Schleimschicht bei. Und wenn diese Barriere trotzdem Löcher bekommt, neutralisiert es krankmachende Bakterien, bevor sie sich ausbreiten können", so Kiessling.
Magen-Darm-Infektionen
Schleimhäute bedecken viele innere Oberflächen im Körper, um diese zu schützen, beispielsweise vor Bakterien. Deren Funktionieren lässt sich möglicherweise durch Medikamente verbessern, die auf der Basis von Intellectin-2 entwickelt werden. Es klammert sich an Zuckermoleküle auf der Oberfläche von Bakterien und hemmt deren Wachstum. Es ist spezialisiert auf Mikroorganismen, die Magen-Darm-Infektionen verursachen, wirkt aber auch bei anderen Bakterien.
Darüber hinaus vernetzt das Protein Moleküle, aus denen Schleim besteht, und trägt so zur Stärkung dieser Barriere bei. Die Forscher haben ermittelt, dass die Mikroben, an die sich das Protein klammert, mit der Zeit zerfallen. Es tötet sie durch Zerstörung ihrer Zellmembranen. Diese antimikrobielle Wirkung betrifft eine Vielzahl von Bakterien, darunter auch einige, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind, meint Kiessling.
Völlig neue Medikamente
Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen kann der Intelectin-2-Spiegel abnormal hoch oder niedrig sein. Niedrige Werte können zur Zerstörung der Schleimbarriere beitragen, während hohe Werte nicht nur schädlichen, sondern auch viele nützliche Bakterien abtöten, die normalerweise im Darm leben. Diesen Patienten ließe sich mit einem noch zu entwickelnden Medikament helfen, den richtigen Intelectin-2-Spiegel wiederherzustellen, heißt es.
"Die Nutzung menschlicher Lektine als Mittel zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz eröffnet eine grundlegend neue Strategie, die sich auf unsere eigenen angeborenen Abwehrkräfte stützt. Die Nutzung von Proteinen, die der Körper bereits zum Schutz vor Krankheitserregern einsetzt, ist überzeugend", unterstreicht MIT-Expertin Kiessling abschließend. Details sind in "Nature Communications" nachzulesen.
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