pte20260115001 in Forschung

Winziger Sensor erkennt Kopfverletzungen

Innovatives Hightech-Gerät liefert schnelle Sofortdiagnose im Sport und bei Verkehrsunfällen


Zusammenstoß: So warnt der Sensor vor Kopfverletzungen (Bild: Scientific Reports)
Zusammenstoß: So warnt der Sensor vor Kopfverletzungen (Bild: Scientific Reports)

Thuwal/Binghamton (pte001/15.01.2026/06:00)

Forscher der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) und der State University of New York Binghamton haben ein neuartiges Sensorsystem zur Erkennung von Hirnschäden durch Stöße entwickelt. Bisher bleiben diese oft unentdeckt, zumindest für eine gewisse Zeit, weil die Symptome erst später auftauchen. Dann kann es für eine Behandlung schon zu spät sein oder die Wirkung eines Eingriffs ist nicht mehr optimal.

Stromlos im Stand-by-Betrieb

Im Gegensatz zu heutigen Sensoren, die beispielsweise in Helme integriert sind, benötigt das neue Modell im Stand-by-Betrieb keinen Strom. Erst ein harter Stoß, der zu Kopfverletzungen führen kann, schließt einen inneren Kontakt, sodass der Sensor sodann die Kräfte erfasst, die auf den Kopf einwirken.

Die bisherige Notwendigkeit, ein solches Gerät ständig mit Strom zu versorgen, setzte der Miniaturisierung enge Grenzen. Zudem ist die Batterie solcher Entwicklungen oft leer, wenn es nach langer Zeit zu einem gefährlichen Zwischenfall kommt, der das Gehirn schädigen kann, meinen die Wissenschaftler.

"Sicherheitsgurt für das Gehirn"

Der Sensor ist so groß wie ein Fingernagel. Nach den Vorstellungen der Entwickler lässt er sich an Schutzhelmen, Skibrillen und Kopfbändern für Kinder anbringen. "Es ist quasi ein Sicherheitsgurt für das Gehirn", verdeutlicht KAUST-Forschungsleiter Yousef Algoos.

Herzstück des Sensors ist eine winzige Masse, umgeben von mehreren Kontakten. Beschleunigt wird sie erst durch einen Stoß, der so kräftig ist, dass er das Gehirn schädigen kann. Er schließt im Inneren einen Kontakt, der stellvertretend steht für die Richtung, aus der der Stoß einwirkt. Daraus lässt sich das Risiko einer Kopfverletzung ablesen. Das Ergebnis wird beispielsweise auf ein Smartphone übertragen.

Der "Scientific Reports" vorgestellte Sensor ist eine Reaktion auf einen persönlichen Verlust. 2018 starb Algoos' Bruder Abdullah nach einem Autounfall, der zu einem Schädeltrauma und inneren Blutungen führte, die von den Ärzten erst verspätet diagnostiziert wurden. "Diese Erfahrung hat mir die Augen dafür geöffnet, wie wichtig intelligente Sensoren sind, um Leben zu retten. Nachdem wir bereits ein Patent angemeldet haben, prüfen wir nun mit potenziellen Partnern Möglichkeiten zur Kommerzialisierung", so Algoos.

(Ende)
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