Prinzip macht Elektronikschrott zur Goldgrube
Umweltverträgliche Recycling-Technik chinesischer Wissenschaftler verspricht hohe Gewinne
![]() |
Ausgediente Mobiltelefone: Diese liefern billiges Gold (KI-Bild: Pete Linforth, pixabay.com) |
Guangzhou (pte004/14.01.2026/06:15)
Ein neues Recycling-Verfahren gewinnt in gerade einmal 20 Minuten aus Elektronikschrott von Mobiltelefonen 98 Prozent des darin enthaltenen Goldes - und das bei Zimmertemperatur und ohne den Einsatz gefährlicher und umweltfeindlicher Lösungsmittel. Die Methode haben Forscher des zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften gehörenden Guangzhou Institute of Energy Conversion in Zusammenarbeit mit Kollegen der South China University of Technology entwickelt.
E-Schrott-Berge immer höher
Elektronikschrott ist einer der weltweit am schnellsten wachsenden Abfallströme. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass die Menge jedes Jahr um etwa 2,6 Mio. Tonnen zunimmt und bis 2030 über 80 Mio. Tonnen pro Jahr erreichen könnte. Enthalten sind wertvolle Metalle wie Gold und Palladium, an deren Rückgewinnung großes Interesse besteht. Doch bisherige Recycling-Methoden basieren oft auf Cyanid oder anderen hochgiftigen Chemikalien.
Die Forscher nutzen dagegen Wasser und Kaliumperoxymonosulfat, ein starkes Oxidationsmittel, das Haut und Metalle angreift sowie Kaliumchlorid enthält, ein Salz, das als Lebensmittelzusatz zugelassen ist. Katalysatoren sind überflüssig, weil das Verfahren auf einem von den Forschern als selbstkatalytischer Auslaugungsmechanismus bezeichneten Vorgang beruht.
Kommt die Lösung mit Gold- oder Palladiumoberflächen in Kontakt, aktivieren diese Metalle selbst die erwünschte Reaktion: die Bildung von Singulett-Sauerstoff und hypochloriger Säure. Diese binden die Edelmetalle, die in dieser Form aus der Lösung extrahiert werden können. Gold wird auf diese Weise zu 98,2 und Palladium zu mehr als 93 Prozent zurückgewonnen.
3.000 Dollar Gewinn pro Unze
Aus zehn Kilogramm Elektronikschrott lassen sich auf diese Weise mit Kosten von 72 Dollar je 1,4 Gramm Gold gewinnen. Auf die Unze hochgerechnet, das Standradmaß für Gold, ergeben sich Kosten von 1.455 Dollar - bei einem aktuellen Goldpreis von mehr als 4.600 Dollar pro Unze ein einträgliches Geschäft.
Die Vorteile für die Umwelt sind ebenso bedeutend. Das Verfahren verbraucht etwa 60 Prozent weniger Energie als herkömmliche Techniken. Und die Materialkosten sind um mehr als 90 Prozent geringer als bei der Extraktion auf Cyanidbasis, so die Forscher. Außerdem fallen weitaus weniger Sekundärabfälle wie giftiger Schlamm an, was die Entsorgungskosten entscheidend verringert, heißt es.
(Ende)
| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Wolfgang Kempkens |
| Tel.: | +43-1-81140-300 |
| E-Mail: | kempkens@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


