pte20260114001 in Forschung

Online-Shopping ist stressiger als Erotik-TV

Effekt laut umfassender Untersuchung der Aalto-Universität stärker als beim sonstigen Surfen


Online-Shopper: Personen leiden laut Studie eher unter Stress (Foto: www.rupixen.com, pixabay.com)
Online-Shopper: Personen leiden laut Studie eher unter Stress (Foto: www.rupixen.com, pixabay.com)

Helsinki (pte001/14.01.2026/06:00)

Online-Shopping ist stärker mit Stress verbunden als das Lesen von Nachrichten, das Überprüfen von E-Mails oder das Anschauen von Erotikfilmen. Das haben Forscher der Aalto-Universität ermittelt. Andererseits wird das Internet auch zum Abbau von Stress genutzt, heißt es. Mohammed Belal: "Frühere Studien haben gezeigt, dass soziale Medien und Online-Shopping oft zur Stressbewältigung genutzt werden. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass Stress aufkommt, wenn man soziale Medien im Übermaß nutzt."

Videospieler mäßig betroffen

Diejenigen, die exzessiv Videospiele nutzen, sind zwar auch betroffen. Doch die besonders eifrigen Online-Shopper und Nutzer von sozialen Medien sucht der Stress doppelt so heftig heim, so die Studie. Auch beim Lesen von E-Mails und Nachrichten sowie beim Anschauen von Erotikfilmen steige der Stresslevel nicht so stark an wie beim Online-Shopping.

"Etwas überraschend ist, dass Menschen, die viel Zeit auf Nachrichtenseiten verbrachten, weniger Stress angaben als andere. Andererseits verbrachten diejenigen, die bereits viel Stress hatten, nicht viel Zeit auf Nachrichtenseiten. Das steht im Einklang mit früheren Untersuchungen, die zeigen, dass Stress den Konsum von Nachrichten reduzieren kann", so Belal.

Insgesamt zeigt die Studie einen starken Zusammenhang zwischen der Internetnutzung im Allgemeinen und erhöhtem Stress, insbesondere bei denjenigen, die bereits viel Stress im Alltag erleben. Frauen erleben mehr Stress als Männer, und je älter und wohlhabender die Studienteilnehmer waren, desto weniger Stress erlebten sie.

1.500 Erwachsene untersucht

Die Studie hat die Internetnutzung von fast 1.500 Erwachsenen über einen Zeitraum von sieben Monaten erfasst. Anschließend hat Belal Daten von fast 47 Mio. Web-Besuchen und 14 Mio. App-Nutzungen mit den von den Nutzern selbst angegebenen Stresswerten kombiniert. "Bisher gab es eine große Lücke im Verständnis darüber, wie sich Online-Verhalten auf Stress und Wohlbefinden auswirkt", erklärt Belal.

Um diese Lücke möglichst objektiv zu schließen, nutzt er ein auf den Geräten der Probanden installiertes Tracking-Programm. Der lange Beobachtungszeitraum und die große Teilnehmerzahl machen die Ergebnisse aussagekräftig, meint Kollegin Juhi Kulshrestha. "Da wir immer genauere Infos zur Internetnutzung der Menschen erhalten, wird es möglich sein, neue Tools zu entwickeln, mit denen die Menschen ihr Surfverhalten regulieren und ihr Wohlbefinden verbessern können."

(Ende)
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