Eigenes Urteil zu WhatsApp-Chats oft falsch
Portal Bielefelder Forscher verwendet Metadaten zur Aufbereitung individueller Visualisierungen
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Olya Hakobyan: Expertin analysiert WhatsApp-Chat-Verhalten (Foto: uni-bielefeld.de, Hanna Drimalla) |
Bielefeld (pte032/13.01.2026/12:30)
Die Selbsteinschätzung vieler Internetnutzer in Bezug auf ihr Kommunikationsverhalten klafft gegenüber der Realität häufig auseinander. Zu dem Schluss kommen Forscher der Universität Bielefeld. Im Rahmen ihrer Untersuchung haben sie erstmals anonymisierte WhatsApp-Metadaten genutzt, um solche Fehleinschätzungen sichtbar zu machen.
Annahmen versus Daten
"Manche glauben, sie antworten zu langsam, andere meinen, sie schreiben immer mehr als andere. Unsere Daten zeigen, dass diese Annahmen häufig so nicht stimmen", unterstreicht Studienautorin Olya Hakobyan. Gemeinsam mit Hanna Drimalla haben die Expertinnen eine eigene Plattform zur Datenspende entwickelt.
Dieses Portal anonymisiert WhatsApp-Metadaten, also keine Chat-Inhalte, sondern Informationen wie Antwortzeiten oder Nachrichtenlängen und bereitet sie in individuellen Visualisierungen auf. Die Teilnehmer konnten so erstmals sehen, wie ihr eigenes Verhalten im Vergleich zu ihrer Einschätzung aussieht.
Nagelprobe für Beziehungen
Konfrontiert mit dem eigenen Kommunikationsverhalten, haben viele Teilnehmer ihr Bild von ihrer Antwortgeschwindigkeit deutlich korrigiert, nachdem sie die Visualisierungen gesehen hatten, heißt es. Auch den eigenen Anteil an Chat-Konversationen schätzten sie nach dem datenbasierten Feedback realistischer ein, so die Forscherinnen.
Falsche Wahrnehmungen können Beziehungen belasten, etwa wenn jemand glaubt, immer zu spät zu antworten. Die Studie zeigt, dass präzises Feedback solche Irrtümer korrigieren kann. Gleichzeitig deutet sie darauf hin, dass diese Erkenntnisse emotional gut verkraftbar sind: Die Stimmung der Teilnehmer blieb stabil, obwohl manche Annahmen deutlich korrigiert wurden.
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