Ländliche Regionen leiden unter Mikroplastik
Laut Studie der University of Leeds im Wald fast doppelt so viel wie in der Stadt nachgewiesen
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Wytham Woods: Hier ist mehr Mikoplastik als in der Stadt (Foto: ox.ac.uk) |
Leeds/Oxford (pte021/13.01.2026/10:30)
Mit Mikroplastik verschmutzte Luft ist in ländlichen Gegenden in größerer Menge nachweisbar als in den Städten. Zu diesem Ergebnis kommt eine dreimonatige Studie unter Leitung der University of Leeds. Die Forscher haben in einem Waldgebiet bis zu 500 mikroskopisch kleine Plastikpartikel pro Quadratmeter nachgewiesen. Das ist fast doppelt so viel wie bei Analysen in einem Stadtzentrum.
Vegetation lagert Plastik ab
Laut den Forschern nehmen Bäume und andere Vegetationen Mikroplastikpartikel aus der Luft auf und lagern diese ab. So wird der Einfluss von verschiedenen Landschaften und Wetterbedingungen auf die Verbreitung dieser Partikel entscheidend. Zudem stellen die in "Environmental Pollution" publizierten Ergebnisse die Annahme infrage, dass die Belastung mit Mikroplastik vor allem ein städtisches Problem ist.
Forschungsleiter Gbotemi Adediran zufolge ist jetzt eindeutig nachgewiesen, dass ländliche Regionen vor Mikroplastik in der Luft nicht unbedingt sicher sind. Zusätzlich beeinflussen natürliche Gegebenheiten wie Bäume die Muster der Luftverschmutzung, heißt es. Damit ist klar, dass die Ablagerung von Mikroplastik nicht nur durch die Aktivität der Menschen geprägt wird. Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle.
Dieser Umstand hat wichtige Auswirkungen auf das Monitoring, Managen und Verringern der Verschmutzung durch Mikroplastik. Die weite Verbreitung von kleinen Teilchen verstärkt auch die Bedenken hinsichtlich der Gesundheitsrisiken durch das Einatmen. "Dabei spielt es keine Rolle, ob die Menschen in der Stadt oder in einem Dorf leben", so Adediran. Studien nach kann Mikroplastik wochenlang in der Luft verbleiben. Die kleinsten Partikel verbreiten sich durch herumwirbelnde Luft weit.
21 Plastikarten identifiziert
Die Forscher haben die Auswirkungen des Wetters auf verschiedene Partikel untersucht - und auch, wie das mit den Arten in Verbindung steht, die in unterschiedlichen Landschaften nachweisbar sind. Dafür haben sie drei Standorte in Oxfordshire ausgewählt: Die ländlichen Wytham Woods, die vorstädtische Summertown und die städtische Oxford City. Zwischen Mai und Juli 2023 wurden alle zwei bis drei Tage Proben gesammelt. Die Klassifizierung erfolgte dann mittels FTIR-Spektrometer.
Insgesamt sind 21 Arten von Plastik in vier Größenbereichen identifiziert worden. Er reichte vom Umfang eines großen Bakteriums bis hin zur Dicke eines menschlichen Haares. Zwischen zwölf und 500 Partikel pro Tag und Quadratmeter wurden demnach abgelagert. Wytham Woods verfügte über die höchste Gesamtzahl an Partikeln. Die Stadt Oxford wiederum wies die größte Bandbreite an verschiedenen Partikelarten auf - bis zu 99 Prozent davon sind für das menschliche Auge unsichtbar.
In Wytham Woods handelte es sich bei den meisten Partikeln um PET. In Summertown war Polyethylen vorherrschend. In Oxford stammten die meisten Partikel von Ethylen-Vinylalkohol-Polymer. Die Wetterbedingungen hatten ebenfalls einen großen Einfluss auf die Fortbewegung der Partikel. Bei hohem Luftdruck, der zu ruhigem und sonnigem Wetter führt, wurden weniger Partikel abgelagert. Bei Wind, vor allem aus Nordosten, wurden mehr Partikel nachgewiesen. Regen wiederum verringerte die Anzahl der Partikel. Die nachgewiesenen Partikel waren jedoch größer.
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