pte20260112008 in Leben

Adipositas: Viele profitierten von Medikation

Frauen, ältere Menschen und Ärmere laut umfassender Datenauswertung besser geeignet


Adipositas: komplizierter als bisher angenommen (Foto: pixabay.com, Bruno)
Adipositas: komplizierter als bisher angenommen (Foto: pixabay.com, Bruno)

Boston (pte008/12.01.2026/10:30)

GLP-1-Medikamente könnten laut Forschern des Mass General Brigham das weltweite Auftreten von Fettleibigkeit eindämmen. Die Experten haben umfangreiche Daten ausgewertet. Ergebnis: Mehr als einer von vier Erwachsenen wäre für die Behandlung geeignet. Frauen, Ältere und Betroffene in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen sollten am meisten profitieren.

Tool für den Einsatz

Die Kennzahlen könnten zu Strategien für den weltweiten Einsatz von GLP-1-Medikamenten beitragen. Laut Co-Seniorautorin Jennifer Manne-Goehler hat es noch nie ein derartiges transformierendes und skalierbares Tool für Adipositas, Typ-2-Diabetes und andere Komplikationen einer Fettleibigkeit gegeben.

"Jahrzehntelang wurde allen Betroffenen gesagt, dass sie das Problem sind, dass sie sich mehr bewegen und weniger essen müssen", so Manne-Goehler. Die GLP-1-Rezeptor-Antagonisten hätten aber gezeigt, dass die Biologie dieser Krankheit stärker und komplexer sei als die bekannten Maßnahmen.

Ein Viertel geeignet

Dem korrespondierenden Autor Sang Gune K. Yoo von WashU Medicine nach ist weltweit mehr als ein Viertel der Erwachsenen geeignet für die Medikamente. Weitere Studien seien jedoch erforderlich, um ihre langfristige Sicherheit und Nachhaltigkeit zu untersuchen.

Der Zugang bleibe zudem eine der größten Herausforderungen, da oft nur schwer zugänglich. An der Studie waren auch Wissenschaftler der Washington University School of Medicine und der Emory University's Rollins School of Public Health beteiligt.

810.635 Datensätze

Am Anfang der Studie standen Daten zur Gesundheit der Haushalte aus 99 Ländern, die zwischen 2008 und 2021 gesammelt wurden. Insgesamt 810.635 Erwachsene zwischen 25 und 64 Jahren wurden, basierend auf Biomarkern zu Diabetes, Blutdruck, BMI und weiterer Diagnosen, zusammengefasst.

Personen mit einem BMI über 30 oder mehr als 27 und zusätzlichem Bluthochdruck, Diabetes oder beiden Erkrankungen wurden für die Behandlung mit GLP-1 als geeignet eingestuft. Diese Forschungsergebnisse sind in "Lancet: Diabetes and Endocrinology" veröffentlicht.

Kampf gegen Diabetes

Weltweit erweisen sich 27 Prozent der Erwachsenen für GLP-1 als geeignet. Vier Fünftel dieser Personen stammen aus Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen. Mit 42.8 Prozent sind die Eignungsquoten in Europa und Nordamerika am höchsten. Mit 41 Prozent sind auch die pazifischen Inseln dominant.

Mit 38,3 Prozent sind Ältere deutlich stärker betroffen als Junge mit nur 17,9 Prozent. Laut Manne-Goehler ist Typ-2-Diabetes im vergangenen Jahr bei Frauen in Südafrika die häufigste Todesursache. "Es gibt also Teile der Welt, in denen Frauen wirklich von diesen Medikamenten profitieren können", so die Expertin.

(Ende)
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