pte20260109019 in Leben

"Hulk"-Mauereidechse löscht Farbformen aus

Größer, aggressiver und mit markantem grün-schwarzen Muster - Ausbreitung um das heutige Rom


Profilbild einer männlichen Mauereidechse mit
Profilbild einer männlichen Mauereidechse mit "Hulk"-Aussehen (Foto: Roberto Garcia-Roa)

Plön/Lund/Sydney (pte019/09.01.2026/12:30)

Laut Forschern des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie bricht die lange bestehende Vielfalt der Mauereidechse in großen Teilen Italiens zusammen. Eine neu entstandene Form - größer, aggressiver und mit markantem grün-schwarzen Muster - breitet sich um das heutige Rom heraus. Sie zeigt statt bisher drei nur noch eine Kehlfarbe - weiß.

"Hulk" gibt den Ton an

Die neue "Hulk" genannte Variante ist auf Grundlage von Daten aus 220 Mauereidechsen-Populationen mit einem eindeutigen Muster hervorgetreten. "Überall, wo sich diese grün-schwarzen Hulk-Eidechsen ausbreiten, verschwinden die gelben und orangenen Kehlfarben", sagt Erstautor Tobias Uller von der Lund University.

In mehreren Regionen werden Populationen, die einst alle drei Farbvarianten umfassten, inzwischen von weiß dominiert - oder sind sogar ausschließlich auf Weiß festgelegt, heißt es. Der Verlust beschränke sich nicht auf die evolutionäre Linie der Hulk-Form selbst. Auch in benachbarten Linien, die das grün-schwarze Erscheinungsbild durch Hybridisierung übernommen hätten, zeige sich derselbe Zusammenbruch der Kehlfarbenvielfalt.

Evolution als Live-Show

Den Evolutionsbiologen zufolge scheint eine Farbpolymorphie, die sowohl Millionen Jahre Evolution und große Umweltveränderungen - wie etwa Eiszeiten oder das Entstehen des modernen Menschen - überstanden hat, sich nach der Ausbreitung einer einzigen neuen Variante überraschend schnell aufzulösen.

Während sich die grün-schwarze Form ausbreitet, gehen genetische Varianten verloren, die mit gelben und orangenen Kehlfarben verbunden sind. Es zeigte sich dass es sich nicht um einen einfachen Fall genetischen "Mitziehens" handelt - also kein Szenario, in dem die Kehlfarben-Gene rein physisch an jene Gene gekoppelt sind, die die grün-schwarze Form steuern.

Stattdessen sprechen die Ergebnisse dafür, dass sich das Kräfteverhältnis innerhalb der Population verschiebt - mit Folgen für Konkurrenz und Fortpflanzung. "Während sich die Hulk-Form ausbreitet, scheint sie grundlegend zu verändern, wie Eidechsen miteinander interagieren", unterstreicht Studienleiter Geoff While von der University of Tasmania.

(Ende)
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