pte20260107019 in Forschung

Bücher-Ratings sagen oft nichts über Qualität

Bewertungen laut Studie der Aarhus University häufig irreführendes Maß für literarischen Wert


Bücherberg: Sternebewertungen sind oft nicht aussagekräftig (Foto: pixabay.com, karishea)
Bücherberg: Sternebewertungen sind oft nicht aussagekräftig (Foto: pixabay.com, karishea)

Aarhus (pte019/07.01.2026/13:55)

Laut einer neuen Studie der Aarhus University sind Sternebewertungen von Büchern nicht immer aussagekräftig. Die Forscher haben sich die Durchschnittsbewertungen auf Goodreads angesehen. Das Fazit: Diese verbergen oft literarische Klassiker als auch stark polarisierende Leseerfahrungen - und sind daher ein irreführendes Maß für literarischen Wert, heißt es.

9.000 Romane analysiert

Im Rahmen ihrer Untersuchung haben die Experten rund 9.000 amerikanische Romane analysiert, die zwischen 1880 und 2000 veröffentlicht wurden. Besonderes Augenmerk ist auf etwas mehr als 2.000 Bücher mit durchschnittlichen Goodreads-Bewertungen im mittleren Bereich gelegt worden.

Durch den Vergleich der Sternebewertungen mit anderen Maßstäben literarischer Qualität haben die Forscher untersucht, was sich hinter den scheinbar mittelmäßigen Zahlen verbirgt - mit überraschenden Ergebnissen. So gelten etwa 30 Prozent dieser 2.000 "mittelmäßigen" Bücher nach anderen Kriterien als literarisch bedeutsam oder qualitativ hochwertig.

Vermeintlich langweilig

Mittelmäßige Ratings sind oft nicht darauf zurückzuführen, dass Bücher langweilig sind. "Bei Büchern, die als literarisch bedeutsam gelten, sehen wir: Je mehr Leser sie bewerten, desto größer ist die Uneinigkeit. Einige vergeben Höchstnoten, andere sind kritisch - und genau diese Streuung kennzeichnet Bücher, die bewegen", so Studienleiterin Pascale Feldkamp.

Bei Büchern, die allgemein als weniger wichtig eingeschätzt würden, zeige sich dieser Zusammenhang nicht. Dort führen viele Bewertungen nicht zu größerer Uneinigkeit, heißt es. Das deutet darauf hin, dass geteilte Bewertungen nicht bloß zufälliges Rauschen seien, sondern mit Büchern zusammenhängen, die Lesern tatsächlich etwas bedeuten würden.

(Ende)
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