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Di, 22.11.2011 06:00
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pte20111122001 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation

Große Porno-Seiten klagen gegen .xxx-Domain

Neustart der Vergabe mit Preisobergrenzen gefordert
Pornografie: Auch unter .xxx zu finden (Foto: Wikipedia, ccCorpseReviver)
Pornografie: Auch unter .xxx zu finden (Foto: Wikipedia, ccCorpseReviver)

Sacramento (pte001/22.11.2011/06:00) - Die Pornoindustrie-Schwergewichte Manwin http://manwin.com und Digital Playground http://digitalplayground.com haben in Kalifornien einen Prozess gegen die gemeinnützige Organisation ICANN http://icann.org , die die Vergabe von Top-Level-Domains durchführt, eingeleitet, wie am Wochenende bekannt wurde. Auch die Firma ICM Registry http://icmregistry.com , die die .xxx-Domain erfunden hat und verwaltet, wird angeklagt. Die Pornoseitenbetreiber verlangen eine geregelte Neuvergabe der Pornodomains. "Das ist ein heikles Thema. Ob man die .xxx-Domain überhaupt braucht, ist eine Geschmacksfrage", sagt nic.at-Geschäftsführer Richard Wein http://nic.at im Gespräch mit pressetext.

Schwere Geburt

Die Pornoseitenbetreiber werfen ICANN und ICM vor, wettbewerbsfeindliches, monopolistisches Verhalten und Preistreiberei vor. Die Pornoindustrie hat sich von Anfang an gegen die .xxx-Domain gewehrt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100904007 ). Der ICM, die sich schon seit über zehn Jahren für die Einführung der neuen Porno-Domain einsetzt, wird vorgeworfen, die ICANN zur Bewilligung der Neuerung gezwungen zu haben. Die Kläger behaupten gar, dass die ICM die ICANN mit dem Versprechen auf Gebühren in Millionenhöhe geködert hat. "Geschäfte zwischen ICANN und ICM schließe ich aus. Die ICANN ist eine Non-Profit-Organisation, die keine Gewinne macht", so Wein.

Die Pornoseitenbetreiber sind außerdem der Ansicht, dass die Preise für die neuen Domains zu hoch sind. "Die Kosten für die Domains wurden bewusst hoch angesetzt, um Trittbrettfahrer abzuschrecken. Im Vergleich zu den Umsätzen, die mit den Seiten erwirtschaftet werden, sind das Peanuts", erklärt Wein. Aus Angst vor Domain-Dieben haben viele Pornoseitenbetreiber vorsorglich sämtliche .xxx-Domains, die ihre Marken beinhalten oder auch nur damit verwechselt werden könnten, registriert. Das ist teuer, vor allem wenn die Domains an den Meistbieter verkauft werden. Deshalb verlangen die Kläger eine Neuausschreibung mit festgelegten Preisobergrenzen.

Defensive Registrierungen

Manwin und Digital Playground kritisieren auch, dass es kaum andere Gründe für die Registrierung einer .xxx-Domain gibt, außer den Schutz von Markenrechten. Auch viele Bildungsinstitutionen und Prominente haben sich die Domain mit ihrem Namen gesichert (presseterxt berichtete: http://pressetext.com/news/110907024 ), um Missbrauch vorzubeugen. Manche Firmen aus der Pornobranche haben angeblich gar nicht die Möglichkeit erhalten, ihre Marke zu schützen. Bei Versteigerungen an den Höchstbietenden können bis zu 500.000 Dollar für eine einzige Domain fällig werden.

"Wenn im nächsten Jahr 500 bis 1.000 neue Top-Level-Domains freigeschaltet werden, wird es auch Probleme mit Markenrechten geben. Derzeit sind Lösungen im Gespräch, die es Firmen erlauben, alle Domains mit ihrem Namen zu reservieren. Noch gibt es allerdings keine Lösung", erklärt Wein. Sollte das Gericht die Anschuldigungen der Kläger im .xxx-Domain-Fall bestätigen, hätte das Konsequenzen für das gesamte Domain-Name-System.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Markus Keßler
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
   
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