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pte20100907037 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Kakerlaken-Hirn liefert Antibiotika
Chemische Waffen aus der Tierwelt als neue Medikamente
Kakerlaken: Unerwünschte Mitbewohner als Lebensretter (Foto: Uni Nottingham)
Kakerlaken: Unerwünschte Mitbewohner als Lebensretter (Foto: Uni Nottingham)

Nottingham/Wien (pte037/07.09.2010/17:10) - Auf der Suche nach neuen Antibiotika sind Forscher der University of Nottingham http://www.nottingham.ac.uk auf Hirn-Gewebe in Kakerlaken und Heuschrecken gestoßen. Dort haben sie Substanzen entdeckt, die potente antibiotische Eigenschaften aufweisen. In Versuchen zeigte sich, dass in diesem Gewebe, das auch im Nervensystem der Insekten vorhanden ist, mehr als 90 Prozent der MRSA und andere pathogene Escherichia coli abgetötet werden. Der positive Effekt dabei war, dass menschliche Zellen nicht zerstört wurden.

Die neuen Entdeckungen wurden von Simon Lee, einem Post-Graduate Forscher um den Molekularbiologen Naveed Khan beim Treffen der Society for General Microbiology, an der University of Nottingham präsentiert. Insgesamt hat das Forscherteam neun verschiedene Moleküle in den Insekten identifiziert, die giftig für die Bakterien waren. "Wir hoffen, dass diese Moleküle zu Antibiotika umgebaut werden können", meint Lee. Die nun gefundenen Moleküle könnten dem Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen entgegenwirken.

Evolutionäre Wunderwaffen gegen Pathogene

"Superbakterien wie MRSA haben Resistenzen gegen alle chemotherapeutischen Keulen entwickelt, die wir zur Verfügung haben", meint Khan. Das sei besonders bei hartnäckigen Bakterien sehr problematisch. "Daher ist es absolut notwendig, alle Ressourcen zu nutzen, um neue Antibiotika zu finden", erklärt der Experte.

Dass Insekten solche Wunderwaffen gegen pathogene Keime in sich tragen, sei keine Überraschung. "Viele der Tiere leben in unhygienischen Bedingungen und sind einer Vielzahl von Mikroorganismen ausgesetzt, gegen die sie sich wirksam zur Wehr setzen", erklärt der Wissenschaftler.

Erst vorige Woche haben Forscher in der Haut von Fröschen antibiotisch wirkende Substanzen gefunden (pressetext berichtete http://www.pte.at/news/100904004/ ) . "Dadurch, dass die Haut der Amphibien feucht ist, müssen sich diese Tiere ganz besonders davor schützen, nicht von Schimmelpilzen oder Krankheitserregern besiedelt zu werden. Im Laufe der Evolution haben sie eine Vielzahl solcher chemischen Stoffe zu ihrem eigenen Schutz entwickelt", so der Amphibienexperte Heinz Grillitsch vom Naturhistorischen Museum Wien gegenüber pressetext.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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