pte20081211023 Technologie/Digitalisierung, Handel/Dienstleistungen

Absatz von 3G-Notebooks verläuft schleppend

Wirtschaftslage hemmt Etablierung mobiler Breitbanddienste


Mobiles Web - Wirtschaft bremst Verbreitung von Notebooks mit 3G-Chip (Foto: pixelio.de/Klicker)
Mobiles Web - Wirtschaft bremst Verbreitung von Notebooks mit 3G-Chip (Foto: pixelio.de/Klicker)

London/München (pte023/11.12.2008/13:10) Das prognostizierte Wachstum für Laptops mit integrierter 3G-Mobilfunkverbindung ist vor dem Hintergrund der globalen Rezession überbewertet. Zu diesem Schluss kommt das britische Marktforschungsunternehmen Disruptive Analysis http://www.disruptive-analysis.com in einem aktuellen Report. Innerhalb der kommenden drei Jahre werden weltweit lediglich 30 Prozent der Nutzer von mobilen Breitbanddiensten ein Notebook mit eingebautem 3G-Chip nutzen. "Dieses Gerätekonzept ist zwar modern, das kurzfristige Wachstum in diesem Markt wird jedoch von praktischen Hürden gebremst. Vor allem in einer Phase der ökonomischen Unsicherheit agieren viele Käufer konservativ und schrauben Investitionen zurück", so Studienautor Dean Bubley.

"Laptops mit integriertem mobilen Breiband sind derzeit sehr gefragt. An erster Stelle steht bei dieser Art von Geräten der Geschäftsnutzen", meint Dan Bieler, Analyst bei IDC, im Gespräch mit pressetext. Allerdings seien die Tarife in vielen europäischen Ländern noch zu hoch. "Daher muss man eindeutig unterscheiden zwischen jenen Usern, die ein derartiges Gerät besitzen und jenen, die die 3G-Verbindung auch tatsächlich nutzen. Unternehmen werden nicht sofort allen Mitarbeitern die Möglichkeit einräumen, mobiles Breitband zu verwenden. Hier steht der Kostenfaktor klar im Vordergrund", sagt Bieler. Im Privatbereich zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. "Im Gegensatz zu Österreich sind die Tarife in Deutschland auffallend", so Bieler, der jedoch davon ausgeht, dass sie in absehbarer Zeit sinken werden.

Die wirtschaftliche Lage wird auch die Verkäufe von Mobile Internet Devices (MID) deutlich bremsen, so Disruptive Analysis. Im Jahr 2009 werden demnach lediglich drei Mio. Stück abgesetzt. Im Vergleich mit dem Boomjahr 2008 wird 2009 ein schwieriges für die Anbieter von mobilen Breibanddiensten, so die Analysten. Für den Großteil der Kunden sei dieser Service zwar wünschenswert, jedoch nicht unbedingt notwendig. Die Mobilfunker werden der schwachen Nachfrage mit neuen Tarifen entgegentreten müssen, so der Vorschlag. Vor allem Pauschaltarife mit monatlich fixen Gebühren werden durch verbrauchsabhängige Gebührenmodelle ersetzt werden, sind die Marktexperten überzeugt.

Bei der Deutschen Telekom gibt man sich für die Zukunft hingegen zuversichtlich. "Wir sehen eine starke Kundennachfrage nach mobilen Internetangeboten. Für uns ist dieser Bereich ein Wachstumsfeld und wir beobachten, dass die Nutzung seitens unserer Kunden intensiver wird", sagt Verena Fulde, Sprecherin der Deutschen Telekom, im Gespräch mit pressetext. Mit speziellen Angeboten will der Telekom-Anbieter auch weiterhin Kunden gewinnen. So werden einerseits Netbooks mit integrierter Mobilfunkverbindung angeboten als auch Datendienste via Handy. "Wir sehen, dass vor allem iPhone-Nutzer mobile Internetangebote sehr häufig in Anspruch nehmen", erläutert Fulde.

Von der sinkenden Nachfrage nach Computern berichtet IDC in einem kürzlich vorgestelltem Vierteljahres-Bericht. "Die Schlüsselfaktoren für die Anschaffung bleiben weiterhin der Umstieg auf mobile Geräte, fallende Preise und die Aufrüstung alter Systeme", meint Loren Loverde, verantwortliche Analystin für den vierteljährlichen PC-Absatzbericht. Aufgrund der globalen wirtschaftlichen Situation bremsen sich die Verkäufe jedoch deutlich ein. "Die günstigen Mini-Notebooks werden zwar helfen, die Verkaufszahlen zu stützen, allerdings ist die Gewinnmarge hier relativ klein", so die Analystin. Konsumenten werden sich jedenfalls in naher Zukunft deutlich zurückhaltender geben. Ein niedriger Preis der Geräte ist zwar weiterhin ausschlaggebend, allerdings werden die Stückzahlen der vergangenen Jahre in absehbarer Zukunft nicht erreicht werden.

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