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Mo, 11.02.2008 13:36
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pte20080211024 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation

Facebook macht komplette Profil-Löschung unmöglich

Plattform behält Nutzerdaten zurück
Einmal Facebook, immer Facebook (Foto: facebook.com)
Einmal Facebook, immer Facebook (Foto: facebook.com)

Palo Alto (pte024/11.02.2008/13:36) - Eine Mitgliedschaft bei der Social-Networking-Plattform Facebook http://www.facebook.com kommt einer Verpflichtung auf Lebenszeit gleich. Denn auch nach der Stilllegung eines Profils behält die Plattform jede Menge an Nutzerdaten zurück. Wie die New York Times berichtet, kann ein Facebook-Mitglied zwar seine Aktivitäten niederlegen, eine restlose Löschung des Zugangs ist jedoch so gut wie unmöglich. Mittlerweile haben derart viele Nutzer dieses Problem entdeckt, dass es bereits eigene Support-Seiten im Netz gibt, die dabei helfen sollen, den Fängen der Plattform zu entkommen.

Andere Social Networks gehen bisweilen vorsichtiger mit den Nutzerdaten um. Zwar ist es auch bei Plattformen wie MySpace, Friendster oder Xing erforderlich, mehrere Schritte zur Profil-Löschung zu durchlaufen, dann aber werden die Informationen restlos aus den Datenbanken entfernt. "Bei der Abmeldung wird das komplette Profil des Mitglieds gelöscht. Wir behalten keine Daten der Person - bis auf die Rechnungsinformation - zu der wir rechtlich verpflichtet sind", versichert Daniela Hinrichs, Pressesprecherin von Xing, auf Nachfrage von pressetext. Bestehen bleiben würden die Gruppenartikel sowie die versendeten privaten Nachrichten in den Posteingängen der Personen, denen der Ex-Nutzer geschrieben hat und die Gästebucheinträge.

"Du kannst auschecken, wann immer du willst, aber du kannst nie wirklich wegkommen", sagt Nipon Das, Direktor einer Beratungsfirma, der vergeblich versucht hat, seinen Facebook-Account löschen zu lassen. Erst nach endlosem E-Mail-Verkehr seien die meisten Informationen von seinem Profil genommen worden. Als Mitglied, dem man Mails schicken kann, gibt es Das allerdings immer noch. Laut einem Facebook-Sprecher habe dieses Vorgehen einen ganz bestimmten Grund: Ex-Nutzer können einfacher wieder zur Plattform zurückkehren und ihre Profile wieder aktivieren. Dieser "Komfort" hat natürlich seinen Preis. Denn all jene, die nicht zurückkehren möchten, hinterlassen für immer ihre Spuren auf der Seite.

Nachzulesen ist die "ewige Mitgliedschaft" in den allgemeinen Nutzerbedingungen von Facebook. Dort heißt es zwar, man könne seine persönlichen Inhalte jederzeit löschen, aber gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass sich Facebook vorbehält, die Daten als Kopien zu archivieren. Zudem informiert die Plattform Mitglieder, die ihren Zugang deaktiveren, nicht darüber, dass sie jegliche Information einzeln von ihrem Profil entfernen müssen, damit diese nicht erhalten bleibt. Nur jene, die sich aktiv an den Kundenservice wenden, werden darüber aufgeklärt. Und selbst wenn ein User per E-Mail einfordert, dass alles gelöscht und die Mail-Adresse komplett aus der Datenbank gestrichen wird, bleiben oft Reste zurück.

Diese stillschweigende Archivierung von persönlichen Daten wirft in Kombination mit den umstrittenen Werbemethoden auf Facebook (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071122020 ) erneut ein schlechtes Licht auf das Portal. Offenbar soll jede Information über die Nutzer dazu verwendet werden, Werbeeinnahmen zu generieren. Allerdings vergisst Facebook dabei auf den Datenschutz und läuft einmal mehr Gefahr, seine Mitglieder massiv zu verärgern.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Claudia Zettel
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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