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pte20210208031 Umwelt/Energie, Forschung/Entwicklung

Corona bremst Kohleverstromung ein

Vorübergehender Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen könnte doch langfristig bleiben


Kohlekraftwerk: Corona bremst Kohleverstromung ein (Foto: pixabay.com, denfran)
Kohlekraftwerk: Corona bremst Kohleverstromung ein (Foto: pixabay.com, denfran)

Potsdam/Berlin (pte031/08.02.2021/13:30) - COVID-19 hat nicht nur zu einem vorübergehenden Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen geführt, sondern auch den Anteil der Kohleverstromung reduziert - ein Trend, der die Pandemie sogar überdauern könnte. Dies ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie eines Teams von Ökonomen aus Potsdam und Berlin, das die Auswirkungen von COVID-19 auf das Energiesystem und die Stromnachfrage untersucht hat.

Kraftwerke bald zu teuer

"Kohle ist von der Corona-Krise härter getroffen worden als andere Stromquellen - und der Grund dafür ist einfach", erklärt Leitautor Christoph Bertram vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) http://pik.de . "Wenn die Nachfrage nach Strom sinkt, werden in der Regel zuerst die Kohlekraftwerke abgeschaltet. Denn der Prozess der Verbrennung verursacht ständig Kosten. Die Anlagenbetreiber müssen für jede einzelne Tonne Kohle bezahlen. Erneuerbare Energien wie Wind- und Solaranlagen haben dagegen, einmal gebaut, deutlich geringere Betriebskosten - und laufen auch dann weiter, wenn die Nachfrage sinkt."

Auf diese Weise wurden fossile Brennstoffe im Jahr 2020 teilweise aus dem Stromerzeugungsmix verdrängt und die globalen CO2-Emissionen des Stromsektors sanken um rund sieben Prozent. Betrachtet man allein Indien, die USA und die europäischen Länder, ergibt sich ein noch dramatischeres Bild: In diesen Schlüsselmärkten, in denen die monatliche Stromnachfrage im Vergleich zu 2019 um bis zu 20 Prozent zurückging, sanken die monatlichen CO2-Emissionen um bis zu 50 Prozent.

2021 auf Niveau von 2019

"Aufgrund der anhaltenden Krise erwarten wir, dass die Stromnachfrage 2021 etwa auf dem Niveau von 2019 liegen wird, was angesichts der laufenden Investitionen in eine kohlenstoffarme Stromerzeugung eine geringere fossile Erzeugung als in diesem Jahr bedeutet", so Co-Autor Gunnar Luderer vom PIK. "Solange dieses Wachstum der sauberen Stromerzeugung den Anstieg der Stromnachfrage übersteigt, werden die CO2-Emissionen des Stromsektors sinken. Nur bei einer ungewöhnlich hohen Stromnachfrage in Kombination mit einem überraschend geringen Zubau an erneuerbaren Kraftwerken in den Jahren 2022 bis 2024 und darüber hinaus, würde die fossile Stromerzeugung wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückfallen."

(Ende)
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