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pte20201201018 Forschung/Entwicklung, Technologie/Digitalisierung

"ExoMy": ESA zeigt Mars-Rover zum Selberdrucken

Bau des quelloffenen Gefährts soll laut den Entwicklern höchsten 500 Euro kosten


Günstige Teile: Das kann jeder leicht zusammenbasteln (Foto: esa.int)
Günstige Teile: Das kann jeder leicht zusammenbasteln (Foto: esa.int)

Noordwijk (pte018/01.12.2020/10:30) - Einen vollwertigen Mars-Rover wie den "ExoMars Rover" kann sich zwar nur eine größere Organisation wie die Europäische Weltraumorganisation (ESA) http://esa.int leisten. Doch eben diese hat nun mit "ExoMy" den kleinen Bruder ihres Mars-Rovers vorgestellt. Hardware und Software dafür sind quelloffen verfügbar, die nicht-elektronischen Bauteile kommen aus dem 3D-Drucker. Für höchstens 500 Euro kann also jeder, der will, den eigenen Mini-Mars-Rover für die eigenen vier Wände bauen.

Rover für alle

Der vom ESA Planetary Robotics Laboratory entwickelte ExoMy ist dem ExoMars Rover nachempfunden, der 2022 zum roten Planeten starten soll. Wie der große Bruder hat auch der kleine Rover sechs Räder, deren clevere Aufhängung wie beim Original helfen soll, auch größere Hindernisse zu überwinden. Gemein haben beide Varianten auch einen langen Hals, der bei ExoMy allerdings nur 42 Zentimeter statt zwei Meter Höhe erreicht. Das Smiley-Gesicht fällt zudem antropomorph-freundlicher aus als beim Original.

"Wir haben uns darauf konzentriert, das Design so günstig und zugänglich wie möglich zu machen", betont Miro Voellmy, Robotik-Trainee bei der ESA. So kommt ExoMy mit handelsüblicher Elektronik und einem Raspberry Pi als Rechenhirn aus. Andere Bauteile können einfach mit gängigen 3D-Druckern gefertigt werden. Was genau zu tun ist, erklärt dabei die ExoMy-Website https://esa-prl.github.io/ExoMy . Die Kosten für den eigenen Mars-Rover belaufen sich demnach auf 250 bis 500 Euro.

Einfach steuern

Seinen Anfang nahm ExoMy 2018 als einmaliger Demonstrator bei einem Tag der offenen Tür am Europäisches Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC). Dabei kam der Mini-Rover so gut an, dass die Version zum Selberbauen entwickelt wurde. Diese soll nicht zuletzt Kinder für Robotik begeistern, entsprechend kinderleicht ist die Steuerung des fertigen Rovers. Diese erfolgt einfach per Gamepad, Smartphone oder Browser. "ExoMy ist mehr als nur ein Spielzeug und kann als günstige Plattform für Forschung und Prototyping für Robotik-Experimente dienen", betont Voellmy.

Manche Features des großen Bruders sind bei ExoMy übrigens nur nachgebildet, aber nicht funktional. Dazu zählen der Bohrer zum Entnehmen von Bodenproben und die Solarpanel samt Rücken. Letztere schreien freilich regelrecht danach, dass findige Bastler ihren ExoMy dann doch mit Solarstromversorgung nachrüsten.



(Ende)
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