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pte20201009001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Cannabis-Konsum nimmt bei US-Senioren zu

Droge gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit immer beliebter - Weitere Erhebungen erforderlich


Cannabis: Droge noch weitgehend unerforscht (Foto: pixabay.com, Brent Barnett)
Cannabis: Droge noch weitgehend unerforscht (Foto: pixabay.com, Brent Barnett)

San Diego (pte001/09.10.2020/06:00) - Der Cannabiskonsum bei älteren Erwachsenen in den USA steigt. Das hat mit dem zunehmendem Interesse an den potenziellen Vorteilen für die Gesundheit und einer neue Gesetzgebung, die die Legalisierung in mehr Bundesstaaten begünstigt, zu tun. Zu dem Schluss kommt eine neue Studie der University of California San Diego School of Medicine http://medschool.ucsd.edu um die Erstautoren Christopher Kaufmann und Kevin Yang. Details wurden im "Journal of the American Geriatrics Society" publiziert.

Medizinische Zwecke im Fokus

Immer mehr Ältere nutzen Cannabis laut der Erhebung vorwiegend für medizinische Zwecke, um Schmerzen, Schlafstörungen und psychiatrische Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen zu behandeln. Von den 568 Befragten hatten 15 Prozent Cannabis innerhalb der vergangenen drei Jahre konsumiert. Die Hälfte der Konsumenten gab eine regelmäßige Nutzung an. In den meisten Fällen handelte es sich um medizinische Zwecke.

Die an der Umfrage teilnehmenden Patienten wurden an der Medicine for Seniors Clinic der UC San Diego Health über einen Zeitraum von zehn Wochen behandelt. 61 Prozent der Cannabis-Konsumenten hatten damit nach dem 60. Lebensjahr begonnen. Laut Yang gaben fast drei Fünftel der Nutzer an, Cannabis erstmals als ältere Erwachsene konsumiert zu haben. Diese Personen seien im Vergleich zu jenen, die Cannabis schon früher konsumiert hatten, eine einzigartige Gruppe. "Die neuen Nutzer konsumierten Cannabis eher aus medizinischen Gründen als zum Freizeitvergnügen", unterstreicht Yang.

Cannabis als Lotion verwendet

Die Art des Konsums war bei neuen Nutzern ebenfalls anders. Sie nutzten es eher als Lotion, rauchten es nicht und nahmen es auch nicht mit Nahrungsmitteln zu sich. Zusätzlich informierten sie auch eher ihren Arzt darüber. Das zeige, dass der Konsum heute nicht mehr so stigmatisiert sei. Angesichts der zunehmenden Verfügbarkeit von Produkten, die mit CBD ein nicht psychoaktives Cannabinoid enthalten, gehen die Forscher davon aus, dass zukünftige Umfragen ebenfalls einen größeren Anteil älterer Erwachsener dokumentieren, die Cannabis oder auf Cannabis basierende Produkte erstmals konsumieren.

Laut den Experten sind weitere Studien unerlässlich, um Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Cannabis-Formen zur Behandlung älterer Erwachsener zu untersuchen. Vorteile sollten maximiert und Nachteile minimiert werden. "Wir brauchen mehr evidenzbasierte Studien. Wir wollen herausfinden, wie Cannabis im Vergleich zu bestehenden Medikamenten einzuschätzen ist", sagt Kaufmann. So lasse sich ermitteln, bei welchen Erkrankungen Cannabis am wirksamsten sein kann. "Nur dann können wir ältere Personen beim Cannabis-Konsum auch besser beraten."

(Ende)
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