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pte20200916001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Medikamenten-Cocktail gegen Krebs getestet

Erste wissenschaftliche Untersuchung mit Olaparib und Capivasertib bisher erfolgreich verlaufen


Zwei Medikamente: Kombination gegen Krebs (Foto: pixabay.com/Miguel A. Padrinan)
Zwei Medikamente: Kombination gegen Krebs (Foto: pixabay.com/Miguel A. Padrinan)

London (pte001/16.09.2020/06:00) - Ein zweigleisiger Angriff auf Tumore mit neuen Präzisionsmedikamenten könnte laut einer klinischen Studie des Institute of Cancer Research (ICR) http://icr.ac.uk und des Royal Marsden NHS Foundation Trust http://www.royalmarsden.nhs.uk bei der Behandlung von Patienten mit mehreren häufigen Krebsarten eingesetzt werden. Details wurden in "Cancer Discovery" veröffentlicht.

Kampf gegen Schwächen

Die Forscher setzen erstmalig die beiden Medikamente Olaparib und Capivasertib gemeinsam ein. Olaparib ist bereits zur Behandlung von Eierstock-, Brust- und Prostatakrebs zugelassen. Auch Capivasertib sei ein "vielversprechendes Medikament". Zwei grundlegende Schwächen des Krebses sollen gleichzeitig angegriffen werden. Dabei handelt es sich um ein beschädigtes System zur Reparatur der DNA und eine "Sucht" nach dem Molekül AKT, das das Tumorwachstum fördert.

Laut der Frühphase der Studie ist die Kombination sicher, erreicht ihre Ziele, ist wirksam und funktioniert gegen eine Vielzahl fortgeschrittener Erkrankungen. Darin enthalten sind auch Erkrankungen, die nicht mehr auf eine Chemotherapie angesprochen haben. Pläne für weitere, größer angelegte Studien bestehen bereits. Das ICR spielte bereits bei der Entwicklung der beiden Präzisionsmedikamente eine entscheidende Rolle.

Erhebung mit 64 Patienten

In der Phase-1-Studie erhielten 64 Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren die beiden Medikamente. In der Gruppe befanden sich auch Erkrankungen an Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs. Die Kombination der Medikamente wurde gut vertragen. 25 der 56 Patienten, deren Reaktion beurteilt werden konnte, profitierten von der Behandlung. Bei 45 Prozent schrumpften die Tumore entweder oder stellten ihr Wachstum ein.

Einige dieser Patienten hatten zuvor nicht mehr auf eine Chemotherapie und andere gezielte Behandlungsformen reagiert, da bereits eine Resistenz vorlag. Viele der Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, verfügten über Mutationen von Genen, die bei Reparatur der DNA eine Rolle spielen. Dazu gehörten auch die BRCA-Gene. Die Studie wurde vom Pharmaunternehmen AstraZeneca finanziert.

(Ende)
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Ansprechpartner: Moritz Bergmann
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