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pte20200406001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

COPD: Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchern

Forscher werten mit koreanischem Datenmaterial Befunde von mehr als 300.000 Personen aus


Lunge im Zentrum: COPD-Risikofaktor für Lungenkrebs (Foto: pixabay.com, kalhh)
Lunge im Zentrum: COPD-Risikofaktor für Lungenkrebs (Foto: pixabay.com, kalhh)

Seoul (pte001/06.04.2020/06:00) - Die Lungenerkrankung COPD steht laut einer Studie der Sungkyunkwan University School of Medicine http://www.skku.edu/eng mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko bei Personen in Zusammenhang, die nie geraucht haben. Dieses Risiko ist gleichauf mit dem von Rauchern ohne dieses Leiden. Rauchen gilt bislang als der Hauptrisikofaktor für COPD, das selbst mit einem erhöhten Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, in Verbindung steht.

Umfassende Datenauswertung

Bis zu 39 Prozent der Menschen, die an COPD erkranken, haben jedoch nie geraucht. Ihr Lungenkrebsrisiko war bisher nicht bekannt, da die meisten Studien über zu wenige Teilnehmer verfügten. Die Forscher nutzten daher Daten der "National Sample Cohort"-Studie des National Health Insurance Service (NHIS), die ein repräsentatives Sample der koreanischen Bürger enthält.

Ausgewertet wurden Infos zu 338.548 Personen zwischen 40 und 84 Jahren. Dabei handelte es sich um 146.996 Männer und 191.552 Frauen. Sie hatten keine Vorerkrankungen bei Lungenkrebs. Zwischen 2002 und 2013 war bei ihnen zumindest eine Gesundheitsüberprüfung über die nationale Krankenversicherung durchgeführt worden. Die Gesundheit der Teilnehmer wurde durchschnittlich sieben Jahre lang zurückverfolgt. Grundlage waren die stationären und ambulanten Behandlungen sowie die ausgestellten Rezepte.

Statistik belegt Zusammenhang

Während des Beobachtungszeitraums erkrankten 1.834 Teilnehmer an Lungenkrebs. In 290 Fällen litten die Personen an COPD, in 1.544 Fällen jedoch nicht. Bei Rauchern und früheren Rauchern erkrankten Teilnehmer ohne COPD rund zwei Mal so wahrscheinlich an Lungenkrebs. Bei Teilnehmern mit COPD war die Wahrscheinlichkeit im Vergleich mit Menschen ohne COPD, die nie geraucht hatten, sechs Mal so groß.

Nachdem mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt wurden, zeigte sich, dass Personen mit COPD, die nie geraucht hatten, mehr als 2,5 Mal so wahrscheinlich an Lungenkrebs erkrankten. Das Lungenkrebsrisiko bei Personen mit COPD, die nie geraucht hatten, erwies sich als gleich hoch wie das von Rauchern ohne COPD. Da die schlechte Lungenfunktion bei COPD bei einer Behandlung von Lungenkrebs häufig zu Problemen führt, dürfte eine frühe Erkennung von Lungenkrebs bei COPD-Patienten das Risiko von Komplikationen verringern.

Die Forscher räumen jedoch ein, dass die Schwere der COPD-Erkrankung nicht beurteilt wurde und dass ihnen auch keine Informationen zu Belastungen durch Umwelt oder Beruf zur Verfügung standen, die ihrerseits eine Lungenkrebserkrankung beeinflusst haben könnten. Dennoch legen die in "Thorax" veröffentlichten Studienergebnisse nahe, dass es sich bei COPD um einen unabhängigen ausgeprägten Risikofaktor für Lungenkrebs handelt.

(Ende)
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Ansprechpartner: Moritz Bergmann
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