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pte20200114017 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Rubber-Hand-Illusion hilft bei Zwangsstörungen

Neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt Möglichkeiten für eine therapeutische Behandlung


Hände:
Hände: "Rubber Hand" hilft bei Zwangsstörung (Foto: pixabay.com, jackmac34)

Cambridge (pte017/14.01.2020/13:51) - Multisensorische Illusionen bei der Nutzung einer Fake-Hand helfen Patienten mit Zwangsstörungen dabei, ihre üblichen Schwierigkeiten bei einer Expositionstherapie zu überwinden. Das haben Forscher des Department of Psychiatry an der University of Cambridge http://www.psychiatry.cam.ac.uk in Labortests nachgewiesen. Details wurden im Fachjournal "Frontiers in Human Neuroscience" veröffentlicht.

Falsche Hand als Körperteil

Die Rubber-Hand-Illusion ist eine Sinnestäuschung nach einem Experiment der Psychiater Matthew Botvinick und Jonathan D. Cohen von 1998: Dabei legt ein Probant seine rechte Hand auf einen Tisch. Die Forscher verdecken diese und platzieren daneben eine künstliche Hand, die echt wirkt. Danach streicheln sie per Pinsel gleichmäßig die verdeckte echte wie auch die sichtbare falsche Hand. Kurz darauf haben die Versuchtsteilnehmer das Gefühl, die künstliche Hand gehöre zu ihrem Körper. Der dominante Sehsinn sorgt für den Transfer des taktilen Gefühls von der echten in die Fake-Hand.

Ziel der aktuellen Studie unter Federführung des Neurowissenschaftlers Baland Jalal ist nun, mithilfe der Rubber-Hand-Illusion den Stress zwangsgestörter Patienten bei einer Expositionstherapie zu reduzieren. Dabei werden diese dazu angehalten, schmutzige Oberflächen anzufassen und ihre Hände - entgegen ihrer Gewohnheit - anschließend nicht zu waschen. Für viele stellt dies eine große Hürde dar.

Ansatz für Expositionstherapie

Jalal und seine Kollegen initiierten den Versuch mit 29 Betroffenen, von denen sie 16 synchron streichelten und 13 nicht synchron. Daraufhin wurden bei allen Probanden die falschen Hände mit einem Tuch mit künstlichen Fäkalien beschmiert, während die verdeckten richtigen Hände mit einem feuchten Papierhandtuch gerieben wurden, um ein Gefühl von Verschmutzung zu simulieren. Anschließend gaben alle Teilnehmer an, eine gefühlte Verschmutzung wahrgenommen zu haben.

In der weiteren Versuchsfolge platzierten die Wissenschaftler Fake-Fäkalien auf den echten Händen. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die Probanden, die synchron gestreichelt wurden, eine stärkere Illusion einer Beschmutzung spürten als die anderen Teilnehmer, die weniger Angst und Druck zum Waschzwang verspürten. Für die Forscher zeigt das Experiment eine Möglichkeit auf, um Ängste vor Verschmutzungen abzubauen und dies im Rahmen von Expositionstherapien zu nutzen.

(Ende)
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