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pte20191216002 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Beta-Peptid tötet resistente Bakterien effektiv

Neuer Ansatz für Medikamente, die gegen aggressive multiresistente Keime Wirkung zeigen


So wird eine MRSA-Infektion der Haut behandelt (Grafik: smart.mit.edu)
So wird eine MRSA-Infektion der Haut behandelt (Grafik: smart.mit.edu)

Singapur (pte002/16.12.2019/06:05) - Krankheitserreger, auf die Antibiotika nicht mehr ansprechen, haben gegen ein neues Präparat keine Chance mehr. Forscher der Singapore-MIT Alliance for Research and Technology (SMART) http://smart.mit.edu haben mit Kollegen der Nanyang Technological University http://ntu.edu.sg ein Polymer entwickelt, das selbst Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus (MRSA) tötet.

Heutige Präparate teils toxisch

Bisher wurden häufig Alpha-Peptide eingesetzt, um multiresistente Bakterien zu bekämpfen. Doch sie sind unstabil, wenn sie verabreicht werden oder wirken sogar toxisch. Die Forscher setzen dagegen auf Beta-Peptide, die synthetisch hergestellt werden. Sie bestehen im Wesentlichen aus Aminosäuren. Kügelchen aus Kunststoff werden mit diesem Wirkstoff ausgestattet. Es handelt sich um eine Langzeitbehandlung, weil das Polymer die Beta-Peptide langsam freisetzt und biologisch abgebaut wird. Das neue Präparat zeigte bei Versuchen an lebendem Gewebe keine toxischen Eigenschaften.

"Normalerweise wirken Antibiotika nicht gegen unterschiedliche Bakterien", sagt SMART-Forscherin Mary Chan-Park. "Deshalb waren wir total begeistert, als wir sahen, dass unser Beta-Peptid-Polymer unterschiedliche Stämme resistenter Bakterien vernichtet." Innovative medizinische Forschung sei ein entscheidender Schritt, um die Zahl der Todesfälle durch resistente Bakterien zu reduzieren. So schätzt die Weltgesundheitsorganisation multiresistente Todesfälle pro Jahr auf 700.000.

Problem in der Massentierhaltung

Die Forscher planen, den neuen Wirkstoff auch an Nutztieren zu testen. Zahlreiche Schweine seien mit MRSA infiziert, ein Problem, das weltweit ernster wird. Wenn sich Erfolge einstellen, wäre das auch für die Beschäftigten der Schweinefarmen ein Glücksfall. Bis zu 80 Prozent tragen das Bakterium ebenfalls in sich. Außerdem bereiten die Forscher klinische Tests vor, um eine Zulassung für die Therapie an Menschen zu erhalten. Sie suchen noch industrielle Partner, die den langen Weg begleiten und mitfinanzieren.

(Ende)
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