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pte20191018018 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation

Bildanalyse: Filme sind immer noch sexistisch

KAIST-System als differenziertere Alternative zum Bechdel-Test


40 Filme: Frauen kommen oft zu kurz (Foto: KAIST)
40 Filme: Frauen kommen oft zu kurz (Foto: KAIST)

Daejeon (pte018/18.10.2019/13:30) - Egal, ob in Hollywood oder in Korea, Frauen kommen in Spielfilmen immer noch zu kurz - unter anderem wortwörtlich. Denn sie sind nur etwas mehr als halb so oft wie Männer tatsächlich im Bild. Zudem sind sie jünger, treten viel eher in häuslicher Umgebung auf und zeigen eher passive Emotionen wie beispielsweise Furcht. Das hat eine Analyse von 40 Filmen ergeben, für die Forscher des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) ein automatisiertes Bildanalyse-System entwickelt haben. Dieses soll Sexismus im Film differenzierter aufzeigen als der bekannte Bechdel-Test.

Vielseitige Analyse

Je zehn Filme aus Hollywood und Korea, die 2017 oder 2018 erstmals gezeigt wurden, hat das KAIST-Team untersucht, insgesamt also 40 Streifen. "Unsere Arbeit hat ergeben, dass viele kommerzielle Filme Frauen stereotyp darstellen", sagt nun Teamleiter Byungjoo Lee, Professor am KAIST Graduate School of Culture Technology. Denn mit dem neuen System konnten die Forscher insgesamt acht Parameter erfassen, die widerspiegeln, wie stark Frauen in Filmen vertreten sind und wie sie dabei wirken. Dazu zählen unter anderem das gezeigte Emotionsspektrum, die Umgebung und natürlich die Bildschirmzeit.

Die Studie hat ergeben, dass Frauen deutlich eher mit passiven Emotionen wie Traurigkeit, Angst und Überraschung dargestellt werden als Männer, die eher mit aktiv Emotionen wie Wut und Hass auftreten. Was die Umgebung betrifft, sind Frauen im Schnitt nur etwas mehr als halb so oft im Auto zu sehen wie Männer, aber 123,9 Prozent häufiger in häuslicher Umgebung mit Möbeln. Zudem bekommen Frauen im Schnitt nur 56 Prozent der Bildschirmzeit von Männern und sind in fast vier Fünftel aller Fälle jünger, wobei die Diskrepanz in diesem beiden Punkten bei koreanischen Filmen jeweils besonders deutlich ist.

Besser als Bechdel

Die Forscher wollen mit ihrem Bildanalyse-System ein differenzierteres Bild von Sexismus und Genderstereotypen zeichnen, als dies der 1985 von der Cartoonistin Alison Bechdel für einen Comic-Strip erfundene Bechdel-Test liefert. Denn dieser stellt nur drei Fragen ("Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?", "Unterhalten sie sich miteinander...", und "... über etwas anderes als einen Mann?"). Können diese allesamt mit "Ja" beantwortet werden, gilt der Test als bestanden. Trotz dieser eigentlich niedrigen Messlatte scheitern bis heute viele Filme - und andere Unterhaltungsmedien wie Games - an diesem Test.

Allerdings wird der Bechdel-Test immer von Menschen bewertet, ist also zeitaufwendig. Zudem ist er subjektiv (so reichen in der ursprünglichen Version eigentlich zwei namenlose Frauenrollen, weshalb viele zumindest benannte Charaktere fordern) und liefert ein sehr einfaches binäres Ergebnis. Aus heutiger Sicht zunehmend relevante Fragen wie die nach gleicher Bildschirmzeit oder dem Kontext bleiben außen vor - theoretisch würde es genügen, wenn sich zwei Frauen im Haushalt über den Abwasch unterhalten. Das KAIST-System soll also dazu beitragen, das Thema "Geschlechterrollen im Film" mit mehr Tiefe zu betrachten.

(Ende)
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