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pte20190918016 Kultur/Lifestyle, Medien/Kommunikation

Bstroy: Schussloch-Sweater nach Amokläufen

Gezielte Provokation soll Kommentar über Waffengewalt sein - Entrüstung auch bei Überlebenden


New York/Horw (pte016/18.09.2019/11:30) - Das US-Modelabel Bstroy http://bstroy.us sorgt mit Schussloch-Sweatern, auf denen die Namen von Schulen stehen, an denen Amokläufe stattfanden, für einen Shitstorm auf Twitter. User werfen der Marke eine geschmacklose Kommerzialisierung von Tragödien vor.

"Schauder schadet Marke"

"Die Provokation ist hier gezielt und gesucht. Wenn man lediglich Aufmerksamkeit will, darf das Ziel als erreicht gelten. Aber Aufmerksamkeit ist nicht alles. Eine Marke ist ein positives Vorurteil in eigener Sache. Mit dem Produkt sollen angenehme Assoziationen erreicht werden. Kunden sollen damit ein gutes Lebensgefühl verbinden können. Wer nur auf Tagesaktualität zielt und künstlich Schauder und Entsetzen provoziert, erzielt das Gegenteil davon", erläutert Markenexperte Thomas Otte http://dr-otte-markenberatung.ch im pressetext-Interview.

Auf den Sweatern, die auf der Instagram-Seite von Bstroy http://instagram.com/bstroy.us angepriesen werden, stehen unter anderem die Namen der US-Schulen "Columbine" und "Sandy Hook". Löcher in den Kleidungsstücken sollen dabei Einschusslöcher von Kugeln repräsentieren. An der Columbine High School in Colorado fand im Jahr 1999 ein Amoklauf statt, bei dem neben den beiden Tätern 13 Menschen starben. Der Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Jahr 2012 forderte 27 Todesopfer, die höchste Todeszahl bei Gewalttaten an Schulen in der Geschichte der USA.

Überlebende sind erzürnt

Bstroy selbst rechtfertigt auf Instagram seine Modekollektion damit, dass es sich dabei um einen Kommentar zum Thema Waffengewalt in den USA handle. "Wir wollten auch die Überlebenden der Tragödien durch die Geschichte, die über die Kleidung erzählt wird, ermächtigen", zitiert "Today" Brick Owens, den Mitgründer und Designer von Bstroy.

Diese Erklärung hat wenig geholfen, den Sturm der Entrüstung in sozialen Medien aufzuhalten. Auch Überlebende von Amokläufen zeigen sich entsetzt und erzürnt. "Der Tod meiner Klassenkameraden sollte kein verdammtes Fashion-Statement sein", schrieb Karissa Saenz, die von dem Amoklauf an der Stoneman Douglas High School im Jahr 2018 betroffen war, auf Instagram. Auch der Name dieser Schule ist auf einem der Sweater zu finden.

(Ende)
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