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pte20190617003 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Rauchen sorgt nachweislich für Bluthochdruck

Interner Regulierungsmechanismus gerät laut neuer US-Analyse komplett aus den Fugen


Raucher: Qualm treibt den Blutdruck in die Höhe (Foto: pixabay.com, Free-Photos)
Raucher: Qualm treibt den Blutdruck in die Höhe (Foto: pixabay.com, Free-Photos)

State College (pte003/17.06.2019/06:00) - Rauchen bringt das körpereigene System zur Regelung des Blutdrucks durcheinander. Das haben Forscher an der Pennsylvania State University http://psu.edu herausgefunden. Nikotin-Liebhaber gehen verstärkt das Risiko zu hohen Blutdrucks ein. Umgekehrt reagiert der Körper stärker als normal, wenn der Blutdruck fällt, warnen die Wissenschaftler.

Auch Passivraucher gefährdet

"Der menschliche Körper verfügt über ein System, das den Blutdruck ständig überwacht und regelt", sagt Lawrence Sinoway, Direktor am Institut für klinische Wissenschaften und Translationale Medizin der Hochschule. Sinke der Blutdruck unter einen normalen Wert, bringe das die sympathisch regulierte Vasokonstriktorenaktivität der Muskulatur (MSNA) ihn wieder auf normales Niveau. Umgekehrt gebe es den Baroreflex, der Bluthochdruck herunterregelt.

Bei starken Rauchern überreagiert das System. Wenn der Blutdruck unter den normalen Wert sinke, erhöhe es ihn weit über das normale Maß hinaus. "Wir vermuten, dass das Regelsystem bei Rauchern aus dem Gleichgewicht gerät", so Sinoway. Sie laufen daher eher Gefahr, an Bluthochdruck zu erkranken. Auch Menschen, die passiv rauchen, also den Zigarettenrauch von anderen einatmen, seien gefährdet.

Erhebung mit 60 Probanden

An der Studie nahmen 60 Probanden teil, 18 Raucher und 42 Nichtraucher. Keiner von ihnen litt an Bluthochdruck. Die Raucher konsumierten im Schnitt täglich 17 Zigaretten über einen Zeitraum von 13 Jahren. Um die MDNA zu bestimmen, pflanzten die Forscher in den Nervus peroneus communis unterhalb der Kniescheibe eine Elektrode ein. Zusätzlich maßen sie den Herzrhythmus und den systolischen und diastolischen, also den oberen und unteren Wert des Blutdrucks sowie den arteriellen Druck im Oberarm.

Bei der Analyse der Daten haben die Forscher festgestellt, dass es bei Rauchern und Nichtrauchern keinen Unterschied im systolischen Wert gab. Die übrigen Werte waren bei den Rauchern jedoch deutlich höher als bei den Nichtrauchern, ebenso der Ruhepuls. Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Bluthochdruck und Rauchen, ist den Forschern jetzt klar. An welchen Stellschrauben man drehen muss, um die Gefahr zu bannen, ist dagegen offen. "Wir hoffen, dass wir das bald besser verstehen", so Sinoway.

(Ende)
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