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pte20190516002 Unternehmen/Finanzen, Sport/Events

Nike: Schwangerschaften schaden Sportlerinnen

Heftige Kritik an diskriminierenden Praktiken bei Sponsoringverträgen in den Vereinigten Staaten


Alysia Montaño 2017 bei einem 800-Meter-Rennen (Foto: alysiamontano.com)
Alysia Montaño 2017 bei einem 800-Meter-Rennen (Foto: alysiamontano.com)

Beaverton (pte002/16.05.2019/06:05) - Der US-Sportartikelhersteller Nike http://nike.com muss sich derzeit heftige Kritik in Bezug auf den Umgang mit weiblichen Athleten gefallen lassen. Hintergrund ist ein aktuelles Video der "New York Times" (NYT) http://nyti.ms/30dFTCS , in dem mehrere bekannte US-Sportlerinnen der Firma diskriminierende Praktiken im Rahmen von Sponsoringverträgen vorwerfen. So sollen etwa Gehaltszahlungen im Falle von Schwangerschaften oder bei längeren Krankheiten von Kindern einfach ausgesetzt worden sein, da in diesem Zeitraum auch keine Leistungen erbracht wurden.

"Schwanger sein wie ein Todeskuss"

"Als ich Nike erzählt habe, dass ich ein Kind erwarte, wurde mir von Firmenvertretern erklärt, dass sie meinen Sponsoringvertrag außer Kraft setzen würden und ich kein Geld mehr von ihnen bekomme", erklärt die Mittelstreckenläuferin Alysia Montaño im NYT-Video. Deshalb sei sie dann bei den US-Staatsmeisterschaften im Jahr 2014 noch angetreten, obwohl sie bereits im achten Monat schwanger war. Während des Trainings soll sie dabei auch gezwungen worden sein, ein spezielles Stützband am Bauch zu tragen, um ihre Unterleibsmuskulatur zu unterstützen.

"Als mein Sohn krank war, musste ich mich entscheiden, ob ich bei ihm bleiben will oder ob ich ihn alleine lasse, um meinen Sponsoringvertrag zu behalten und für einen Halbmarathon zu trainieren", schildert ihre Kollegin, die Langstreckenläuferin Kara Goucher - und das gerade einmal drei Monate nach der Geburt. "Das werde ich mir niemals verzeihen", gesteht die Sportlerin unter Tränen. "Schwanger zu sein ist wie ein Todeskuss für weibliche Athleten. Ich würde das Nike gegenüber auf keinen Fall verraten", so die Profiläuferin Phoebe Wright.

Gehaltskürzungen "durchaus üblich"

Beim Sportartikelhersteller nimmt man die Kritik der Athletinnen offenbar ernst, betont aber auch, dass es in der eigenen Branche "durchaus üblich" sei, dass Sponsoringverträge "leistungsbasierte Gehaltskürzungen" beinhalten würden. "Es hat in der Geschichte einige wenige Sportlerinnen gegeben, bei denen diese Kürzungen auch angewandt wurden", zitiert das US-Portal "Vox" einen Unternehmenssprecher.

"Wir mussten feststellen, dass es bei unserem Ansatz einige Unstimmigkeiten gegeben hat. 2018 haben wir unsere Regelungen aber über alle Sportarten hinweg standardisiert, um zu verhindern, dass weibliche Athleten im Fall einer Schwangerschaft finanziell bestraft werden", ergänzt der Sprecher. Die NYT weist allerdings darauf hin, dass auch in aktuellen 2019er-Verträgen ausdrücklich festgehalten wird, dass Nike sich Gehaltskürzungen vorbehält, falls Sportler ihre Leistungsziele "aufgrund verschiedenster Ursachen" nicht erreichen.

(Ende)
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Ansprechpartner: Markus Steiner
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