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pte20190415004 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Gen SRC-1 kontrolliert Essverhalten stark

Wissenschaftler finden Einfluss auf Appetit, bei Schädigung Gefahr von Übergewicht


Übergewicht: SRC-1-Gen beeinflusst Appetit (Foto: pixabay.com, Pezibear)
Übergewicht: SRC-1-Gen beeinflusst Appetit (Foto: pixabay.com, Pezibear)

Houston (pte004/15.04.2019/06:15) - Das Gen SRC-1 reguliert den Appetit von Menschen und beeinflusst so das Körpergewicht. SRC-1 spielt vor allem im Hypothalamus eine Rolle. Wenn es fehlt, kennen Menschen kein Sättigungsgefühl und essen zu viel. Zu dieser Erkenntnis gelangt eine Studie des Baylor College of Medicine http://bcm.edu .

"SRC-1 ist ein klassisches Gen, das die Kontrolle über das Essverhalten bestimmt", bestätigt Heinrich von Grünigen, Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung http://saps.ch , im Gespräch mit pressetext. Dem Adipositas-Experten zufolge gibt es rund 40 verschiedene Hormone und Enzyme, die die Nahrungsaufnahme regulieren. Wenn nur eine oder zwei von diesen Hormonen geschädigt sind, würde dadurch das Sättigungsgefühl vermindert. Ohne Sättigungsgefühl könne man immer weiter essen und wisse nicht, wann es genug ist.

Tests an Mäusen im Labor

Laut Koautor Yong Xu war bisher nicht bekannt, wie das Gen die Körpergewichtskontrolle beeinflusst. In einem Test hat sich herausgestellt, dass SCR-1 Einfluss auf den Hypothalamus von Mäusen hat. Diese Gehirnregion wird mit dem Appetit in Verbindung gebracht. Mäuse, denen das Gen fehlte, aßen mehr und nahmen an Gewicht zu. Die Studie hat sich auch damit beschäftigt, ob SRC-1 auch das Körpergewicht von Menschen beeinflusst. Das Team hat bei schwer übergewichtigen Kindern 15 seltene genetische Varianten von SRC-1 gefunden, die dessen Funktion stören. Mäuse, die durch gentechnische Veränderung diese Varianten erhielten, neigten zu unkontrolliertem Essverhalten und Gewichtszunahme.

Nicht mit Zustand abfinden

Von Grünigen stimmt der Studie zu und sieht einen klaren Zusammenhang zwischen SRC-1 und dem Körpergewicht. Jedoch sei die Häufigkeit von Schädigungen dieses Gens eher gering, nur 1,5 bis zwei Prozent der von Adipositas Betroffenen leiden darunter. Von Grünigen warnt davor, Übergewicht ausschließlich auf Gendefekte zu schieben. "Das befreit die von Übergewicht Betroffenen von dem Vorwurf, sie wären selber schuld. Dies kann aber leider dazu führen, dass sie sich mit ihrem Zustand abfinden und komplett die Kontrolle über ihr Essverhalten verlieren", gibt der Experte zu bedenken.

(Ende)
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