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pte20190219017 Unternehmen/Finanzen, Produkte/Innovationen

Europa zeigt den USA, wie IoT richtig geht

Firmen in der EU vernetzen laut Bain Maschinen, Anlagen und Produkte schneller als US-Rivalen


IoT: Europäter haben gegenüber USA Vorsprung (Foto: pixabay.com, methodshop)
IoT: Europäter haben gegenüber USA Vorsprung (Foto: pixabay.com, methodshop)

München (pte017/19.02.2019/11:30) - "Die europäischen Unternehmen haben gegenüber den amerikanischen deutlich mehr Erfahrung mit IoT-Technologien und deshalb einen echten Wettbewerbsvorteil." Zu diesem Schluss kommt Christopher Schorling, Partner in der Technologie-Praxisgruppe der Beratungsgesellschaft Bain im Rahmen der neuen Studie "Europeans Extend Their Lead in the Industrial Internet of Things" http://bit.ly/2SWYEK0 . Laut dem Co-Autor gibt es in Europa in Sachen IoT mehr Pilotprojekte und höhere Investitionen. Damit hätten die Europäer ihre weltweite IoT-Vorreiterrolle weiter ausgebaut.

Industrie 4.0 schneller umgesetzt

Die Managementberater von Bain & Company haben für ihre aktuelle Erhebung über 600 IoT-Verantwortliche in Europa und den USA befragt. Ergebnis: Seit 2016 brachten die Unternehmen auf dem alten Kontinent ihre Vorhaben rund um Industrie 4.0 dreimal so schnell voran wie ihre Wettbewerber aus den USA. Demnach will in beiden Regionen jeweils knapp die Hälfte der Studienteilnehmer IoT-Projekte umsetzen - wobei die Europäer deutlich die Nase vorn haben.

Die Mühe der umfangreichen Planung und teuren Umsetzung von Pilotprojekten trägt in Europa Früchte, so die Studienautoren. Zwar hätten die Unternehmen bei der Einführung von IoT-Technologien weiterhin große Herausforderungen zu bewältigen. Doch viele US-Firmen kämpfen heute nach wie vor mit hinderlichen Kinderkrankheiten, die die Europäer bereits weitgehend hinter sich gelassen haben. Dazu gehören mangelnde technische Expertise sowie Probleme bei der Integration und dem Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme.

Amerikaner hadern mit Umsetzung

Dabei nennen die Amerikaner solche grundsätzlichen Schwierigkeiten in der Erhebung sogar noch häufiger als vor zwei Jahren. Sie verhindern offenbar, dass IoT-Technologien zügig ins Tagesgeschäft integriert werden können. So planen die befragten US-Unternehmen bis 2022 hauptsächlich Pilotprojekte. Derzeit hat etwa die Hälfte zumindest dieses erste Stadium der Umsetzung von Industrie 4.0 erreicht. Bis 2022 sollen es rund 70 Prozent sein.

Dagegen arbeiten die Europäer mittlerweile an Geschäftsmodellen, die ihre Investitionen refinanzieren, sowie an regulatorischen Aspekten und Sicherheitsfragen. "Ihre Vorreiterrolle manifestiert sich auch in den Investitionsplänen. In den kommenden zwei Jahren wollen europäische Unternehmen mehr als doppelt so viele großangelegte IoT-Projekte realisiert haben wie ihre US-Konkurrenten", heißt es in der veröffentlichten Analyse von Bain.

Vorsprung nicht in Stein gemeißelt

Die größte Hürde für die Einführung von Industrie 4.0 ist für die Befragten aus beiden Regionen die Sicherheit der Anwendungen. Gut die Hälfte der Europäer sieht darin das zentrale Problem, bei den US-Amerikanern ist es knapp ein Drittel. "Die europäischen Anbieter von IoT-Lösungen haben große Chancen, die Führung im Bereich Cyber-Security zu übernehmen. Schließlich sind sie gezwungen, ihre in Sicherheitsfragen höchst anspruchsvollen heimischen Kunden zufriedenzustellen", stellt Schorling fest. Gelänge es ihnen zusätzlich, die komplexen Datenschutz- und Regulierungsanforderungen der EU zu meistern, könnten sie sich einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus den USA und Asien erarbeiten.

Um ihren Vorsprung zu halten, sollten sich die europäischen IoT-Anbieter zunächst auf bestimmte Branchen fokussieren, rät Schorling. In diesen ausgewählten Segmenten könnten sie herausragende Expertise entwickeln und überzeugende Komplettsysteme offerieren. Überdies gelte es für die IT-Firmen, eng mit ihren Kunden zu kooperieren, um deren spezifische Anforderungen systematisch in Software umzusetzen, die sich nahtlos in die industriellen Prozesse integrieren lässt.

"In den nächsten zwei, drei Jahren werden sich die Gewinner beim Thema Internet der Dinge herauskristallisieren", ergänzt Oliver Straehle, Leiter der Bain-Praxisgruppe Advanced Manufacturing & Services im Raum EMEA und ebenfalls Co-Autor der Studie. Und er fügt hinzu: "Unternehmen, die ihre IoT-Investitionen auf die lange Bank schieben, verlieren an Wettbewerbsfähigkeit. Wer dagegen seine Maschinen, Anlagen und Produkte vernetzt und die daraus resultierenden Daten verwertet, zählt zu den Profiteuren in einer Welt weitreichender Automatisierung und Künstlicher Intelligenz."

(Ende)
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