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pte20180713001 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Krebs: Immuntherapie verdoppelt Überlebenschance

Genaue Wirksamkeit bei Ausbreitung im Gehirn war bisher kaum erforscht

Gehirn: Hautkrebs breitet sich schnell aus (Foto: pixelio.de, Monika Torloxten)
Gehirn: Hautkrebs breitet sich schnell aus (Foto: pixelio.de, Monika Torloxten)

Boston (pte001/13.07.2018/06:00) - Immuntherapien und gezielte Behandlungen haben die medizinische Versorgung bei Patienten mit fortgeschrittenem Hautkrebs grundlegend verändert. Wenig war bisher jedoch darüber bekannt, wie diese Therapien bei Melanom-Patienten mit Krebs wirken, bei denen sich die Erkrankung ins Gehirn ausgebreitet hat. Zu oft gab es Bedenken, ob derartige Medikamente die Blut-Hirn-Schranke überwinden können und ob sie andere Arten der Behandlung beeinflussen.

Breite Datenauswertung

Forscher des Brigham and Women's Hospital http://brighamandwomens.org haben nun die Daten von 1.500 Krebsprogrammen in den USA analysiert, um die Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren zu untersuchen. Es zeigte sich, dass diese Therapien eine deutliche Verbesserung des Gesamtüberlebens bei diesen Patienten mit sich bringen können.

Rund eine von 54 Personen wird im Laufe ihres Lebens ein Melanom entwickeln. Die meisten werden früh diagnostiziert und geheilt, indem der Tumor operativ entfernt wird. Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium beträgt die mediane Überlebensrate jedoch weniger als ein Jahr. Fortgeschrittene Melanome neigen dazu, sich ins Gehirn auszubreiten und gelten als dritthäufigste Ursache für metastatische Gehirntumore.

Die Zulassung von Immuntherapien und gezielten Therapien, wie BRAF-Inhibitoren, durch die U.S. Food and Drug Administration haben neue Optionen zur Behandlung von fortgeschrittenen Melanomen eröffnet. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Bei vielen Studien wurden jedoch Patienten ausgeschlossen, deren Hautkrebs sich ins Gehirn ausgebreitet hatte. Daher war nicht klar, ob diese Vorteile für diese Patientengruppe tatsächlich bestehen.

Doppelte Überlebensdauer

Für die Studie wurden die Daten von 2.753 Patienten aus den USA gesammelt. Patienten, die mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelt wurden, verfügten über eine durchschnittliche Überlebensdauer von 12,4 Monaten. Bei Patienten ohne Immuntherapie lag dieser Wert bei 5,2 Monaten. Die Vier-Jahres-Überlebensrate betrug 28,1 Prozent. Ohne Immuntherapie waren es nur 11,1 Prozent. Bei Patienten, deren Krebs sich nicht über das Gehirn hinaus in die Lungen und oder die Leber ausgebreitet hatte, waren die Verbesserungen noch eindeutiger.

Die Studienautoren räumen ein, dass nicht alle Patienten von diesen Behandlungsansätzen profitieren und weitere Studien erforderlich sind. Die Forscher bemerkten auch, dass der Versicherungsstatus eine wichtige Hürde beim Zugang zur Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren darstellt. Patienten ohne Krankenversicherung erhielten deutlich weniger wahrscheinlich eine derartige Therapie als jene, die privat oder über Medicare versichert waren. Die Ergebnisse wurden in "Cancer Immunology Research" veröffentlicht.

(Ende)
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