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pts20180617010 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Mehr als 30 Krankenstandstage pro Jahr und Kosten in Milliardenhöhe

Migräne belastet Karrieren, Wirtschaft und Budgets

Lissabon (pts010/17.06.2018/09:30) - Beim 4. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Lissabon wurden zwei neuen Studien präsentiert, die einmal mehr zeigten, wie teuer Migräne kommt - Betroffene ebenso wie Unternehmen. Eine französische Studie untersuchte die sozioökonomischen Auswirkungen der Krankheit. Von den mehr als 7.700 Befragten - ein repräsentatives Sample für die erwachsene Gesamtbevölkerung - gaben 3,8 Prozent an, mindestens acht Tage pro Monat an schwerer Migräne zu leiden. "Zwei Drittel davon sind Frauen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 41 Jahren. Migräne betrifft also in hohem Maß Menschen, die mitten im Erwerbsleben stehen und meist auch eine Familie versorgen müssen. Für sie stellen die regelmäßigen Beeinträchtigungen ein veritables Problem dar, auch was den Erhalt ihres Arbeitsplatzes angeht", fasst Studienautor Guillaume Leiba (Paris) zusammen.

Laut der aktuellen Studie müssen Patienten mit schwerer Migräne aufgrund ihrer Beschwerden 33 Tage pro Jahr der Arbeit fernbleiben. Das verursacht gesellschaftliche Gesamtkosten in der Höhe von 3,8 Milliarden Euro. Migräne wirkt sich mitunter auch auf das soziale Umfeld der Patienten aus: 14 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Angehörigen die eigene Arbeitszeit anpassen müssen, wenn die Betroffenen an Migräneattacken leiden. Die Studie quantifiziert auch die finanziellen Belastungen für die Patienten: 58 Prozent geben mehr als 30 Euro pro Monat für Medikamente aus, die nicht von der öffentlichen Hand erstattet werden. 43 Prozent stecken privat mehr als 50 Euro pro Monat in andere, nicht-medikamentöse Therapien. Trotz der hohen öffentlichen und privaten Ausgaben ist die Lebensqualität der Betroffenen unbefriedigend: Mehr als drei Viertel leiden unter Schlafstörungen und können sich in ihrer Freizeit weniger gut erholen als Gesunde.

Steigende Krankenstandstage durch Depression und Angst

Eine Schweizer Studie, die in Lissabon präsentiert wurde, liefert noch differenziertere Ergebnisse hinsichtlich der Krankenstandstage: Bei 700 berufstätigen Migränepatienten stellte sich heraus, dass sie im Durchschnitt fast 32 Tage pro Jahr am Arbeitsplatz ausfallen, vergleichbar viele wie bei der französischen Studie. Je nach Kopfschmerzart zeigten sich allerdings erhebliche Unterschiede, so Studienautor Francois Cadiou (Singapur): "Patienten mit chronischer Migräne fehlen mit über 56 Krankenstandstagen pro Jahr am häufigsten. Menschen mit episodischer Migräne müssen 33 Tage pro Jahr zuhause bleiben. Wer unter niederfrequenter episodischer Migräne leidet, kommt auf 15 Fehltage pro Jahr."

Ein weiteres Resultat liefert einen wichtigen Ansatzpunkt für Präventionsmaßnahmen: Die Zahl der Fehltage bleibt bei den Betroffenen nicht immer konstant. Sie steigt kontinuierlich und mit ihr der Medikamentenkonsum, wenn Patienten "Angst" oder "Depression" mindestens einmal innerhalb des Beobachtungszeitraums von 28 Tagen als Symptom oder Trigger angegeben hatten. Angesichts der Studienergebnisse forderten Experten auf dem EAN-Kongress, dass sich mehr Investitionen in Migräneforschung und -prävention gesamtgesellschaftlich bezahlt machen würden.

Beide Studien wurden von Novartis Pharma unterstützt.

Quellen: Abstracts 4th EAN Congress Lisbon 2018: EPO1050 G. Leiba et al: Socio-economic impact of severe migraine in France: study in patients with at least 8 days of headache per month; EPO3031 N. Paris et al: Evaluating the impact of migraine on work productivity in Switzerland using self-reported data from the Migraine Buddy© application.

(Ende)
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