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pte20180613025 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen

Britische Pub-Kette entzieht Kunden deutsches Bier

Wetherspoon-Chef Martin streicht Getränke aus der EU von der Karte

Zapfhähne: Wetherspoon spielt ein wenig Brexit-Leben (Foto: jdwetherspoon.com)
Zapfhähne: Wetherspoon spielt ein wenig Brexit-Leben (Foto: jdwetherspoon.com)

Watford (pte025/13.06.2018/13:55) - Die 1979 gegründete britische Pub-Kette Wetherspoon http://jdwetherspoon.com hat sich den Brexit auf die Fahnen geschrieben und verkauft in 880 Kneipen ab dem 9. Juli dieses Jahres kein Weißbier mehr aus Deutschland, Champagner aus Frankreich oder andere Getränke aus der EU. Damit setzt das Management des Unternehmens, zu dem auch einige Hotels gehören, laut einem "Guardian"-Bericht ein politisches Zeichen.

London soll auf Zollunion pfeifen

Wetherspoon-CEO Tim Martin, ein bekennender Brexit-Befürworter, kommentiert den Schritt der Eingrenzung des Sortiments für die Kunden wie folgt: "Dieser Schritt hilft uns dabei, unsere Horizone zu erweitern, sodass wir unseren zwei Mio. Kunden, die pro Woche unsere Pubs besuchen, ein verbessertes Angebot ermöglichen." In den kommenden 24 Monaten würde das Sortiment umfassend auf den Prüfstand gestellt. Weißbier aus britischer und amerikanischer Produktion sowie englischer und australischer Sekt seien erst der Anfang. Martin hofft, das Unternehmen damit wettbewerbsfähiger machen.

Der streitbare Wetherspoon-Chef legt, nachgefragt nach dem Sinn des EU-Waren-Boykotts nach: "Die Zollunion der EU ist ein protektionistisches System." Weil unter anderem Wein aus Australien, Neuseeland und den USA von der EU mit hohen Einfuhrzöllen belegt würden, müssten britische Kunden erheblich höhere Preise an der Theke zahlen. Laut Martin ein mehr als unfairer Zustand. Aus diesem Grund sei es für Großbritannien das beste, im Zuge des Brexit auch die Zollunion der EU den Rücken zu kehren. Eine Abschaffung der Importsteuern sei dringend nötig - ein Punkt, der im Parlament derzeit für heftigen Streit sorgt.

(Ende)
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Ansprechpartner: Florian Fügemann
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